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Wachsender Trend am Arbeitsmarkt oder nur eine weitere HR-Blase?
Zu wenig Gehalt, mangelnde Wertschätzung, ein schwieriges Arbeitsumfeld – das sind klassische Gründe, einen Job zu kündigen. Doch ein neuer Kündigungsgrund macht in den letzten Jahren immer mehr von sich reden: das Klima. Immer mehr Menschen verlassen Unternehmen aufgrund von mangelndem Umweltbewusstsein oder fehlender Nachhaltigkeitsbemühungen seitens der Arbeitgeber:innen. Das Phänomen trägt den Namen: „Climate Quitting“.
Was steckt hinter dem Begriff?
„Climate Quitting“ beschreibt das Phänomen, dass Arbeitnehmer:innen ihren Job freiwillig aufgeben, weil sie überzeugt sind, dass ihr Unternehmen das Klima schädigt oder sich nicht ausreichend für den Klimaschutz einsetzt. Der Begriff bezieht sich aber auch auf Jobsuchende, die bestimmte Unternehmen oder ganze Branchen wegen deren negativen Klimawirkung noch vor der Bewerbung ausschließen (Klim GmbH, 2023) oder im Laufe des Prozesses aussteigen, weil das Unternehmen zu wenig für Nachhaltigkeit tut. Hier gibt es eine gewisse begriffliche Unschärfe, da „Climate Quitting“ sowohl die Kündigung per se, die Rücknahme einer Bewerbung als auch den Ausschluss von Bewerbungen bei bestimmten Unternehmen adressiert. Die begriffliche Unschärfe wird auch bei den später zitierten Studien deutlich.
Wort des Monats: Harvard Business Manager
Der „Harvard Business Manager“ kürte den Begriff „Climate Quitters“ zum „Wort des Monats“ im Oktober 2024. Das Magazin begründete die Wahl damit, dass Climate Quitting Unternehmen treffe, die klimaschädlich agieren oder frühere ESG-Zusagen zurücknehmen. Die im Beitrag zitierte Deloitte-Studie belege zudem, dass die Sorge ums Klima bei Gen Z und Millennials verbreitet ist – rund 60 Prozent der Befragten gaben an, sich angesichts des Klimawandels ängstlich oder besorgt zu fühlen, und rund vier von fünf Befragten wünschen sich von Unternehmen mehr Unterstützung bei klimafreundlichen Konsumentscheidungen.
Die Zahlen scheinen eine klare Sprache zu sprechen: Ein Blick in die Studien
Mehrere Studien belegen, dass der Trend des „Climate Quitting“ keine Randerscheinung ist. Obwohl die Studien unterschiedliche Methoden verwenden, zeigen sie eine ähnliche Tendenz: Nachhaltigkeit spielt für viele Beschäftigte bei Arbeitgeberwahl und Arbeitgeberwechsel eine größere Rolle als noch vor wenigen Jahren.
Laut einer Befragung von rund 6.000 Beschäftigten, Studierenden und Absolvent:innen in Großbritannien durch das Beratungsunternehmen KPMG möchte fast jede:r Zweite – konkret 46 Prozent – dass sich der:die Arbeitgeber:in dazu verpflichtet, Sozial- und Umweltstandards einzuhalten. Eine:r von fünf Befragten gab an, bereits einen Job abgelehnt zu haben, weil dies nicht der Fall war (DER STANDARD, 2023: LINK).
Eine deutsche Umfrage der Beratungsfirma Lufthansa Industry Solutions unter 1.000 Arbeitnehmer:innen kam zu vergleichbaren Ergebnissen: 61 Prozent der Befragten ist ein:e nachhaltige:r Arbeitgeber:in wichtiger als ein hohes Gehalt. 71 Prozent würden sich eine neue Stelle suchen, wenn ihr Unternehmen gegen Menschenrechte oder Umweltstandards verstößt (DER STANDARD, 2023: LINK).
Recherchen von Paul Polman, KPMG, der Yale University und Deloitte zeigten darüber hinaus: 35 Prozent der Erwachsenen in den USA und Großbritannien haben bereits einen Job gekündigt, weil die Unternehmenswerte nicht mit ihren eigenen übereinstimmten – bei der Generation Z liegt dieser Wert sogar bei 49 Prozent. Außerdem würden 51 Prozent der Studierenden wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge ein niedrigeres Gehalt akzeptieren, um für ein umweltbewusstes Unternehmen arbeiten zu können (Klim GmbH, 2023).
Drei Menschen, die den Schritt gewagt haben und darüber in diversen Beiträgen berichteten
„Die wollen dieses Geschäft gar nicht wirklich entwickeln“
Ein Experte aus der Energiebranche, der anonym bleiben möchte, nahm eine Stelle an, um für eine Mineralölgruppe mit einem großen Tankstellennetz den Bereich E-Mobility aufzubauen. Vor dem Hintergrund des geplanten Ausstiegs aus der Neuzulassung von Pkw mit Verbrennungsmotor in der EU ab 2035 erschien ihm der Aufbau des Geschäftsfelds E-Mobility als zukunftsweisende Aufgabe. Doch schon nach wenigen Wochen war klar: Das Unternehmen hatte kein echtes Interesse daran, das neue Geschäftsfeld zu verstehen und zu forcieren. Der Experte versuchte in einer Präsentation, Führungskräften die fundamentalen Unterschiede zwischen elektrischer und fossiler Energie zu erklären – wie Strom transportiert und transformiert werden würde, wie Strommärkte funktionieren. Er stieß auf offene Ablehnung. (DER STANDARD, 2023: LINK).
„Ich wurde wie eine Außenseiterin behandelt“
Eine Frau, die Produktmarketing und Projektmanagement mit Fokus auf Lebensmitteltechnologie und Ökomanagement studiert hatte, begann nach ihrem Abschluss in einer großen Werbeagentur zu arbeiten. Dort gestaltete sie Websites für große Kunden – die Arbeit machte Spaß. Aber: In ihrem Team herrschte keinerlei ökologisches Bewusstsein. Als sie anregte, auf Recycling-Klopapier umzusteigen, wurde sie ausgelacht und als „Öko-Fuzzi“ abgestempelt. Ob Klopapier oder weniger Fleisch in der Kantine – ihre Haltung kollidierte ständig mit der ihres Umfelds. Nach zwei Jahren kündigte sie (DER STANDARD, 2023: LINK).
Vom Marketing zur Nachhaltigkeitsmanagerin
Eine weitere Frau ging ihrem Job als Marketingmanagerin wirklich gern nach. Dann kam Corona und veränderte die Arbeitswelt. Während des Lockdowns beschäftigte sie sich intensiv mit Dokus und Reportagen über Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit. Sie entwickelte anhand dieser Dokus und Filme ein ökologisches Bewusstsein. Julia begann berufsbegleitend den Master „Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement“ und wollte in ihrem bisherigen Unternehmen etwas verändern. Die Geschäftsführung sah darin keine Notwendigkeit. Also kündigte Julia – ohne einen neuen Job in der Tasche zu haben. Ihre ehemalige Firma verstand nicht, wieso sie ihren gut bezahlten Job kündigte. Heute arbeitet sie als Nachhaltigkeitsmanagerin, entwickelt gemeinsam mit anderen Abteilungen Nachhaltigkeitsmaßnahmen, reduziert CO₂-Emissionen in der Lieferkette und kümmert sich um soziale Themen wie Arbeitsbedingungen bei Zulieferern. Integrität hat für Julia ihren Preis: Sie verdient rund zwanzig Prozent weniger als früher im Marketing. Bereut hat sie den Schritt keinen einzigen Tag (DLF Nova / Deutschlandfunk, 2024: LINK).
Was Wissenschaft und Wirtschaft dazu sagen
Claudia Buengeler, Professorin für Personal und Organisation an der Universität Kiel, bestätigt den Trend: Ob Unternehmenswerte mit den eigenen übereinstimmen, werde für Arbeitnehmer:innen zunehmend wichtiger – auch in Bezug auf Nachhaltigkeit. Die Forschung zeige außerdem, dass es Menschen regelrecht stolz mache, für einen Arbeitgeber zu arbeiten, der Nachhaltigkeit ernsthaft verfolgt. „Viele glauben: Wenn ein Unternehmen sich um Nachhaltigkeit kümmert, wird es ein Ort sein, wo Mitarbeitende gut behandelt und nicht übers Ohr gehauen werden“, so Buengeler (DLF Nova, 2024, LINK).
Valerie Hutterer von der Axa Climate School sieht Climate Quitting als eindeutigen, langfristigen Trend – vor allem unter Jüngeren. „Deswegen wird er den Arbeitsmarkt auf Jahrzehnte prägen.“ In Zeiten des Fachkräftemangels erhöhe das den Druck auf Arbeitgeber:innen erheblich. „Unternehmen bewerben sich heute bei möglichen Mitarbeitenden statt umgekehrt. Das verleiht Bewerbenden die Macht, Werte einzufordern“, so Hutterer gegenüber dem deutschen Magazin „Focus“ (DER STANDARD, 2023, LINK).
Daniela Gruber, Gründerin & Geschäftsführerin von LP impact: „In meinen Gesprächen mit Bewerber:innen zeigt sich dieser Trend deutlich. Viele Kandidat:innen äußern Bedenken, wenn ihr:e derzeitige:r Dienstgeber:in zu wenig für eine nachhaltige Entwicklung tut oder umweltschädliche Produkte herstellt. Dennoch können nur Personen, die sich finanziell bereits in einer abgesicherten Lebenssituation bzw. höheren Gehaltsklasse befinden, eine Gehaltsreduktion bei der Wahl eines:r nachhaltigeren Dienstgebers:in in Kauf nehmen.“ (Leadersnet, 04.06.2024, LINK)
Auch der frühere Unilever-CEO Paul Polman mahnt Unternehmen zur Aufmerksamkeit: „Wir haben 4.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den USA und der UK befragt, und die Ergebnisse sollten alle Menschen auf der Vorstandsebene aufhorchen lassen.“ Und weiter: „Vertrau mir, wenn Menschen bereit sind, ihren Job wegen ihrer Werte zu kündigen und überzeugt sind, dass Unternehmen profitabel sein können und gleichzeitig Gutes für die Gesellschaft und die Umwelt tun können – dann möchtest du diese Person nicht verlieren.“ (Klim GmbH, 2023).
Generationenwandel als Treiber
Besonders ausgeprägt ist der Trend bei Millennials (geboren 1981–1996) und der Generation Z (geboren ab 1997). Aufgewachsen mit der Klimakrise und einer unsicheren Zukunft, setzen sie andere Prioritäten als ältere Generationen. Die Studie von Deloitte zeigt: Umweltschutz ist für sie der wichtigste ethische Faktor bei der Jobwahl. Die Demografie wird diesen Effekt verstärken: Die Millennials werden schon bald die wichtigste Gruppe der Erwerbsbevölkerung stellen – Klimaanliegen werden damit strukturell immer relevanter (Klim GmbH, 2023).

Climate Quitting – eine neue Form des zivilen Ungehorsams?
Laïla Benraiss-Noailles und Catherine Viot widmen in ihrem Buch zum Thema Resilienz ein Kapitel den Strategien, die Mitarbeitende anwenden können, wenn sie mit den Umweltstandards ihrer Arbeitgeber:innen nicht einverstanden sind. Dabei ist das „Climate Quitting“ eine mögliche Strategie, wenn es zu einem Werte- oder Einstellungskonflikt in Sachen Umwelt kommt. Allerdings sehen Benraiss-Noailles und Viot das „Climate Quitting“ eher als Widerstandstaktik.
„Climate Quitting“ ist somit eine Bewältigungsstrategie, die Arbeitnehmer anwenden, um Wertkonflikte zu bewältigen.“ Vor allem Mitarbeiter:innen, denen es nicht gelänge, sich anzupassen oder die Werkkonflikte zu ignorieren, hätten laut Autorinnen nur die Möglichkeit aus dem Unternehme auszutreten. Demnach wäre „Climate Quitting“ ein Akt des Widerstands um auch einen gewissen Druck auf die Unternehmen auszuüben. Natürlich entsteht dieser Druck nur, wenn die Climate Quitters immer mehr werden. Ansonsten kann die Botschaft ignoriert werden. Natürlich ist „Climate Quitting“ in diesen Fällen auch auch Akt der Resilienz verstanden, da die Dissonanz zwischen persönlichem Umweltbewusstsein und fehlende unternehmerischer Umweltsensibilität oft nicht mehr überbrückt werden kann. Anders formuliert: Climate Quitting kann daher auch als Reaktion auf Corporate Greenwashing angesehen werden. (vgl: Benraiss-Noailles und Viot. Manager les résiliences. ). Diese These wird etwa durch die DEBA/Civey-Studie (2023) gestützt: ca. 2.500 Beschäftigte in Deutschland befragt: 21,5 Prozent der Befragten halten das Engagement ihrer Unternehmen für komplett „unglaubwürdig“.
Chance statt Risiko: Was Unternehmen tun können?
Climate Quitting ist nicht nur ein Warnsignal, sondern auch eine Chance. Mitarbeiter:innenzufriedenheit steigert die Produktivität und den Umsatz. Eine glaubwürdige Umweltpositionierung stärkt den Teamzusammenhalt und die Loyalität. Wer als Unternehmen eine proaktive Rolle übernimmt, wird mit talentierten Mitarbeitenden und hoher Arbeitgeberattraktivität belohnt.
Entscheidend dabei: Kommunikation, Transparenz und Offenheit für Kritik – sind wichtig um sicherzustellen, dass Nachhaltigkeitsbemühungen nicht als Greenwashing wahrgenommen werden. Konkret umfasst eine verantwortungsvolle Klimastrategie die Reduktion des eigenen CO₂-Fußabdrucks sowie die Investition in zertifizierte Klimaschutzprojekte – etwa in der Regenerativen Landwirtschaft, die Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und Kohlenstoffspeicherung fördert (Klim GmbH, 2023).
Warum ist das für HR relevant?
Aus HR- und Recruiting-Perspektive (etwa für das Active Sourcing und Headhunting) ist Climate Quitting relevant, weil:
- Klima-Perfomence wird zum Selektionskriterium: Besonders jüngere Kandidat:innen prüfen Unternehmen nicht nur auf Gehalt und Kultur, sondern zunehmend auf ESG/Nachhaltigkeit.
- Risiko von unbewussten Kündigungen: Wenn „Climate Quitting“ im Unternehmen „im Stillen“ passiert (Kündigung ohne explizite Begründung), bleibt das oft als klassischer Fluktuationsgrund „persönliche Lage“ oder „Weiterentwicklung“ verborgen.
- „Climate Quitting“ könnte nachgefragte Schlüsselkräfte eher betreffen, da diese weitaus mehr Optionen bei der Jobsuche haben und somit weniger stark darauf angewiesen sind ihre Wertehaltung an jene des Unternehmens anzupassen.
- Green HRM kann Arbeitgeber:innenmarke stärken: Studien zeigen, dass aktive Nachhaltigkeitsmaßnahmen im Unternehmen (Green HRM) die Identifikation stärken und Kündigungsrisiken senken können. Vor allem die Tatsache, dass vor allem jüngere Bewerber:innen diese Themen besetzen, ist ein Employer-Branding, das auf echte Umweltschutz setzt, durchaus ein Vorteil im Recruitment.
Climate Quitting – Ist der Trend doch schon vorbei oder braucht es nur mehr Forschung?
Zahlreiche Artikel und einige Studien entstanden vor allem in der Zeit zwischen 2022 und 2024 zum Thema „Climate Quitting“. Das Thema ist in der HR-Bubble zumindest in diesen Jahren präsent. Allerdings ist die Frage, ob es sich hier um ein wirkliches Phänomen handelt. Gerade die multiplen Krisen und Kriege der letzten Jahre haben das Thema Umweltschutz und Klimaerhaltung ein wenig in den Hintergrund gedrängt. Auch die deutsche IAB-Studie zur ökologischen Transformation der Unternehmen spricht eine deutliche Sprache:
„Ein Climate Quitting lässt sich hierbei zwar nicht ausmachen. Die (…) leicht geringeren Rekrutierungsprobleme der Betriebe mit Green Skills, die stärker verbreitete Tarifbindung und betriebliche Mitbestimmung sowie die höheren Frauenanteile lassen sich jedoch (…) als Hinweise auf leichte Attraktivitätsvorteile der Betriebe mit Green Skills interpretieren. Weiterer Forschungsbedarf besteht jedoch hinsichtlich der kausalen Zusammenhänge (…)“ (IAB; 2024; p. 21 und 22)
Gerade in Deutschland und Österreich gibt es Hinweise, dass Nachhaltigkeit längst kein Nischenthema mehr ist: Laut der bereits zitierten Civey-Umfrage im Auftrag der Deutschen Employer Branding Akademie (2023) hält nur gut ein Viertel der Beschäftigten in Deutschland das Klimaengagement der eigenen Geschäftsführung für voll glaubwürdig – und wer daran zweifelt, ist deutlich eher bereit, den:die Arbeitgebe:in zu wechseln.
Auch der Kununu Nachhaltigkeitscheck (2023) kommt zu einem ähnlichen Bild: 60 Prozent der Befragten ist Umweltschutz bei der Jobwahl wichtig oder sehr wichtig. Diese Zahlen ersetzen keine kausale Forschung, wie sie das IAB einfordert – sie zeigen aber, dass die Grundstimmung hinter „Climate Quitting“ auch am deutschen Arbeitsmarkt spürbar ist, nicht nur im angelsächsischen Raum.
Um die Frage noch einmal aufzunehmen: Ist Climate Quitting also Trend oder Blase? Vermutlich beides zugleich: Ein messbares, singuläres Massenphänomen lässt sich – Stand heute – nicht belegen, dafür fehlt kausale Forschung, wie das IAB betont. Auch gehen viele Berichte und Studien immer wieder auf die Studie von KPMG aus dem Jahr 2023 zurück. Eine breitere Studienbasis wäre also sicherlich von Vorteil. Der Webmonitor des DWDS (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache), der von der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften zur Verfügung gestellt wird, zählt 33 Einträge des Begriffs vor allem in den Jahren 2023 und 2024. Allerdings ist auch hier die Probe zu klein um eine Aussage treffen zu können.
Was sich aber deutlich zeigt, ist eine Verschiebung in den Erwartungen vor allem jüngerer Arbeitnehmer:innen: Nachhaltigkeit ist von einem Nice-to-have zu einem Kriterium geworden, das bei Bewerbungsentscheidungen und Kündigungen zumindest mitschwingt – auch wenn es selten der alleinige Grund ist. Für HR heißt das: Nicht in Panik verfallen, aber das Thema auch nicht abtun. Wer Klimaengagement glaubwürdig und nicht nur als Kommunikationsmaßnahme verfolgt, entzieht dem Phänomen seine Grundlage – unabhängig davon, ob man es „Climate Quitting“ nennt oder nicht.
Quellen:
- Lisa Breit, DER STANDARD: „Warum Menschen dem Klima zuliebe ihre Jobs kündigen“, 11. Juli 2023
- Klim GmbH: „Climate Quitting: Was steckt hinter dem Buzzword?“, 14. Juni 2023, klim.eco
- Astrid Wulf / Markus Dichmann, DLF Nova / Deutschlandfunk: „Integrität im Job – Climate Quitting: Kündigen für den Klimaschutz“, 24. April 2024
- Hohendanner, Christian; Janser, Markus; Lehmer, Florian (2024) : Betriebe in der ökologischen Transformation, IAB-Forschungsbericht, No. 13/2024, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg, https://doi.org/10.48720/IAB.FB.2413
- Benraïss-Noailles L. & Viot C. (2025). « Résilience des salariés face au conflit avec les valeurs environnementale de leurs employeurs : s’accommoder ou rompre». In Manager les résiliences, ouvrages collectif sous la direction de Cusin J., Marcon C., Renucci, A., Stenger T., Septembre pp. 271-278. Edition EMS.
- Die DEBA-Civey-Studie 2023. GREEN CULTURE WINS. Arbeitgeberattraktivität, Identität und Glaubwürdigkeit. Berlin.
- kununu. (2023). Nachhaltigkeitscheck 2023: Wie nachhaltig ist unsere Arbeitswelt?

