Zahlenspiele: Gehaltsangabe in Stellenanzeigen

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Seit dem Jahr 2011 müssen Stellenangebote und Jobinserate in Österreich mit einer Gehaltsangabe versehen sein. Der Gesetzgeber versprach sich von dieser Maßnahme mehr Lohntransparenz und auch eine Verminderung des Gender Pay Gaps.

Es verwundert nicht, dass Österreich im Vergleich zu seinen deutschsprachigen Nachbarn einen relativ hohen Prozentsatz an Gehaltsangaben in Stellenanzeigen hat. In Gesprächen mit deutschen Kandidat*innen zeigen diese sich immer wieder erstaunt über die Tatsache, dass in Österreich die Ausweisung des Mindestgehalts Pflicht sei. Diese „Verwunderung“ lässt sich auch in Zahlen umlegen…

Kaum Gehaltsangaben in Deutschland und der Schweiz

In Deutschland seien nur 4% und in der Schweiz gar nur 1% der Stellenanzeigen mit Angaben zum Gehalt versehen. In Österreich seien es immerhin über 70 Prozent. Wieso wir in Österreich keine 100% bei der Angabe von Mindestgehalten erzielen, ist relativ einfach. Bei Zuwiderhandlung können Bewerber*innen klagen. Die Verwaltungsstrafe ist jedoch mit 360 € relativ überschaubar. Des Weiteren gibt es explizite Ausnahmen: Ausschreibungen für hohe Führungspositionen (etwa Geschäftsführer*in oder Vorstandsmitglieder einer Kapitalgesellschaft). Auch habe ich den Eindruck gewonnen, dass Stellenangebote, die im Westen Österreichs (vor allem in Vorarlberg) ausgeschrieben werden, kaum Gehaltsangaben enthalten. Dies ist allerdings nur ein Eindruck, der noch nicht mit Daten unterfüttert wurde und im Moment nur eine Arbeitshypothese darstellt.

Gehaltsangaben in Stellenangeboten 
November 2023  Jobberie

61% der österreichischen Stellenanzeigen machen laut „BEST RECRUITERS“ Angaben zum Gehalt, die über das gesetzlich verpflichtende Mindestgehalts hinausgehen. Ob diese 61% stimmen, kann nicht gesagt werden. Laut einer anderen Studie von STEPSTONE war die Situation 2021 zumindest deutlich anders: „Zu Beginn des Jahres 2021 enthielten rund 12 Prozent aller Anzeigen die zusätzliche Information neben der Gehaltsangabe, dass die Vergütung „überdurchschnittlich“, „übertariflich“, „leistungsgerecht“ sei oder eine „Bereitschaft zur Überzahlung“ bestehe. Seit Juni 2021 ist dieser Anteil um rund sechs Prozentpunkte gestiegen auf durchschnittlich 18 Prozent aller Anzeigen.“ (Quelle). Aber unterschiedliche Studien führen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Öfters wird mittlerweile sogar eine Gehaltsrange angegeben. Allerdings enthalten laut BEST RECRUITERS nur 12% der Stellenanzeigen eine realistische Gehaltsspanne.

Was sind Eure / Ihre Gedanken zum Thema Gehaltsangaben? Die JOBBERIE freut sich auf Eure / Ihre Kommentare.

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