Die ersten 30 Kalenderblätter sind schon abgerissen und da darf eines darf nicht fehlen: Worst of Stellenangebote – Januar 2026. Unsere heutige Liste besteht exklusiv aus abgelehnten „Stellenangebote“, die in der JOBBERIE- Facebook-Gruppe zur Veröffentlichung eingereicht wurden. Wir beginnen mit Platz Nummer 3.

Platz 3: Kurierfahrer (m/w/d) mit sehr guter Bezahlung und Firmenfahrzeug – jedoch nur bei Bedarf
Unternehmen suchen immer wieder „Kurierfahrer (m/w/d) in ganz Österreich!“ Das Transport- und Zustellgeschäft boomt. Personal wird laufend gesucht, da es sich meist um Jobs handelt, die nicht gerade „vergnügungssteuerpflichtig“. (Vorsicht Ironie) sind.
Wenn dann auch noch eine „sehr gute Bezahlung“ ohne Erwähnung des geltenden Kollektivvertrags und des anzuführenden Mindestgehalts geboten wird, sollten Bewerber*innen vorsichtig sein. Ab Sommer sollte es bei diesem Thema keine Ausreden mehr geben, denn dann muss die Entgelttransparenzlinie der EU in nationales Recht umgesetzt werden.
Besonders interessant ist es wenn ein Firmenfahrzeug „bei Bedarf zur Verfügung“ gestellt werden kann und zusätzlich die Rede von einem „angenehmen Arbeitsumfeld“ bei Einsätzen in ganz Österreich ist. Das Fehlen von jeglichem Hinweis auf Unternehmen, Standort und Bewerbungsmodalitäten ist ein weiterer wichtiger Indikator, Vorsicht walten zu lassen. Aus all diesen Gründen versuchen wir unvollständige Inserate zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten.

Platz 2: Feinkostverkaufer*innen als Quereinsteiger*innen ins familiäre Umfeld…
Prinzipiell sind Feinkostverkäufer*innen eigentlich Fachkräfte. Laut AMS Berufsinformationssystem handelt es sich um den Lehrberuf der*des Einzelhandelskaufmann/-frau, Schwerpunkt Feinkostfachverkauf. Das Vollzeitminimalgehalt für den Beruf liegt über 2200 €, eher bei 2300 € brutto. Das ist jetzt ein Orientierungswert und ohne Gewähr.
Natürlich kann man auch ungelernte Kräfte anstellen. Unternehmen, die auf Anlernkräfte setzen und besonders betonen, dass sie auch ältere Mitarbeiter*innen einstellen (heute spricht man ja gerne von „BestAgern“) tun dies aus unterschiedlichen Gründen. Die Vermutung liegt nahe, dass gelernte Kräfte schwer zu finden sind.
Wenn jedoch die Gegenleitsung in einem „Lohn nach Vereinbarung“, einem familiären Umfeld und der Verpflegung während der Arbeitszeit respektve einem Rabatt beim Einkauf ohne klar definiertes Gehaltsschema besteht, sollte man sich als Quereinsteiger*innen informieren, wie die Gehälter für Anlernkräfte in der Feinkost sind.

Platz 1: Ich muss 20 Freiberufler einstellen…
Entgegen unserer Tradition, Inserate möglichst so darzustellen, dass kein unmittelbarer Rückschluss auf die Inserent*innen ermöglich wird, soll hier aus Anschauungsgründen das gesamte Inserat veröffentlicht werden. Es ist so kurz, dass es kaum einen Sinn macht den Text zu umschreiben und Rückschlüsse schwer möglich sin.
„ich muss 20 freiberufler einstellen .Es ist ein einfacher schreibjob, bei dem Sie einfach alles abtippen,was in PDF-Dateien steht.kein korrekturlessen order bearbeiten erforderlich nur einfaches tippen.“
Was heißt hier überhaupt „Ich muss…“. Keine Angaben zum Unternehmen, zur genauen Tätigkeit, zu Dienstort, Dienstverhältnis, Entgelt etc. Es fehlt alle Informationen, die in irgendeiner Weise für eine erfolgreiche Stellenausschreibung benötigt werden.
Allerdings müssen wir den Inserent*innen ein großes Durchhaltevermögen beim Postingversuch attestieren. Die JOBBERIE löscht derartige Inserate fast täglich und über einen langen Zeitraum. Daher ergeht unser klares „Worst of Stellenangebote“ Jänner 2026 an „Ich muss 29 freiberufler einstellen“.

