Wenn ich groß bin, geh’ ich AMS…

COVER April 2016

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Es ist schon ein rotzfrecher Aufmacher, mit dem das Magazin “biber” auf ein ernstes Problem hinweist. “Wenn ich groß bin, geh ich AMS…” lässt viele Leser/innen als Ansage nicht kalt. Ich nehme mir das Magazin, das in Supermärkten zur freien Entnahme liegt, mit nach Hause. Mein Kopfkino springt an: Erfahrungen mit Jugendlichen, die den Hauptschulabschluss nachholen sind wieder präsent. Als ich das Magazin aufmache, wird meine Erwartungshaltung zunächst bestätigt.

Viele Jugendliche sind in einem Schulsystem verankert, das wenig Perspektiven bietet. Sinnerfassendes Lesen, Grundrechnungsarten und andere Fertigkeiten sollen zwar in den Neuen Mittelschulen vermittelt werden, doch die Realität sieht anders aus. Gerade die Diskussion, die von der Direktorin der NMS Gassergasse, Andrea Walach, losgetreten wurde, wird auch in “biber” aufgegriffen. Frau Walach brachte es auf die spitze Formulierung, dass 1/3 der Jugendlichen später nicht für dem Arbeitsmarkt vermittelbar seien. Eine “verlorene Generation” entstehe in Wiens Schulen. Viele werden gerade einmal den Hauptschulabschluss schaffen oder eine Lehre beginnen, etliche in einer überbetrieblichen Form… und bereits in jungen Jahren Bekanntschaft mit dem AMS machen.

Die Situation nicht hinnehmen…

“biber” will dies nicht so hinnehmen und startete daher ein Schulprojekt unter dem Titel “Newcomer”. Eine Woche lange gehen Melisa Erkut und Amar Rajkovic in die Schulen um in einer Projektwoche zu zeigen, wie “biber” funktioniert. Projektunterricht live. Die “Newcomer” erarbeiten Geschichten und veröffentlichen diese auf der “biber”-Homepage. Neben dem praktischen Unterricht, dem Einblick in die Arbeitsweise des Magazins, ist es dem Projekt sehr wichtig, den Schüler/innen ihr oft am Boden liegendes Selbstwertgefühl wieder aufzubauen. Die Schüler/innen nehmen das Gebotene, laut Magazin, gerne an. Sie freuen sich über die Abwechslung und die Möglichkeit sich auszudrücken. Eine wunderbare Sache, ein Projekt, das man nur unterstützen kann. Das wäre schon ein Anfang. Aber die Thematik geht tiefer und die Frage, ob wir uns eine “verlorene Generation” heranziehen, bleibt auf dem Tisch.


 

Mehr Infos zum Projekt: http://www.dasbiber.at/biber-newcomer

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