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Wenn ein Konzern keine Lust mehr auf herkömmliches Recruiting hat…

Rekrutierungsevents sind eine aufwändige, jedoch tolle Sache, wenn es um die Auswahl von zukünftigen Mitarbeiter*innen geht. whatelsen.work möchte nun einige Rekrutierungsevents vorstellen, die besonders interessant waren. Dabei sollen eigene und mittelbare Erfahrungen einfließen. Nach unserem ersten Beispiel, dem OTTO-Versand, brachten wir Erfahrungen aus der eigenen Praxis und zeigten wie ein Lehrlingscasting funktioniert (ENGIE Austria).
Nun wenden wir uns einem Weltkonzern zu, der sehr ungewöhnliche Wege geht. Die Rede ist von Heineken.

2013 hatte Heineken keine Lust mehr auf die üblichen Fragen bei einem Bewerbungsgespräch. Vor allem war man überzeugt, dass die auszuwählenden Praktikant*innen sehr gut vorbereitet kamen und meist mit den selben vorbereiteten Antworten reagierten. Um unter den 1734 Bewerber*innen den oder die beste Praktikant*in zu finden, ließ sich die bekannte Brauerei etwas einfallen – eigentlich fies, da man mit allen Konventionen eines Vorstellungstermins brach und von den Personalverantwortlichen auch noch ein wenig schauspielerisches Talent verlangte. Das Härteste war jedoch, dass nicht eine kleine Gruppe von eingeweihten Personen entschied, sondern via Social Media von den Heineken-Mitarbeiter*innen die drei besten Bewerber*innen zu einem Champions-League-Spiel bei Sponsorpartner Juventus Turin “gevotet” wurden, um dort die “letzte Hürde” zu überwinden.

Die Bewerber*innen an der Hand nehmen

Das Prinzip des Castings war einfach. Man setzte die Bewerber*innen unter Stress mit realen Situationen. Das begann schon indem die Recruiter*innen die Bewerber*innen an der Hand nahmen (wortwörtlich) und ins Büro führten. Ein inszenierter Schwächeanfall und ein Feueralarm standen dann auch noch auf dem Programm. Die Fragen wurden ebenfalls nach dem Prinzip “unerwartet und stressig” geführt. Das Ergebnis: offene Münder, Verlegenheit und rote Flecken. Damit hatten die Bewerber*innen nicht gerechnet. Der angenehme Nebeneffekt für Heineken. Man verband Marketing, Employer Branding und Recruiting auf perfekte Weise – so gut, dass man einen Bronze Löwen in Cannes für die Kampagne gewann. Aber sehen Sie selbst…

Go places

2016 wagte man erneut einen neuen Weg. Man startete die Kampagne mit einem Werbespot unter dem Motto “Go Places”… Die Kampagne, die von der Agentur Cloudfactory  kreiert wurde, setzte diesmal auf das Prinzip von Alternativfragen im Bereich Social Skills. Man hatte 5 Sekunden oder weniger um eine Alternative auszuwählen. Das Ergebnis war ein persönliches Profil, das die Bewerber*innen  Heineken auf Linkedin zusammen mit dem Lebenslauf zusandten. Der Test, wurde mit Elementen aus dem Werbefilm verbunden und über eine eigene Webseite promotet.  Auch bei “Go Places” stand das Employer Branding kombiniert mit Produktmarketing und Rekrutieren im Vordergrund. Im Film spielten reale Mitarbeiter*innen von Heineken mit, die Fragen waren standardisiert und für alle gleich – und es war eine reine Online-Selektion. Auch hier setzt Heineken Standards. Das Interview ist noch immer online und macht Spaß. Probieren Sie es aus: https://goplaces.theheinekencompany.com/en


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