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Weniger Unternehmensweiterbildungen geplant

IIR präsentiert sich als Premium-Konferenz- und Seminaranbieter. 2015 erstellte das seit den 90er Jahren operative Unternehmen den sogenannten WEBI, den Weiterbilungsindex. Ende Jänner 2016 erfolgte der neue WEBI mit deutlichen Aussagen.

IIR befragte Unternehmen aller Größenordnungen. 2016 wurden laut Studie 242 Personen befragt. Folgende Fragen wurden gestellt:

1) Welchen Stellenwert hat berufliche Aus- und Weiterbildung in Ihrem Unternehmen?
Die Antwortmöglichkeiten sind: “Sehr wichtig”, “Eher wichtig”, “Weniger wichtig”, “Unwichtig” und “Keine Angabe”.
2) Wie viele Weiterbildungsveranstaltungen planen Sie 2016 zu besuchen?
3) Wie verändert sich Ihr persönliches Bildungsbudget im nächsten Jahr? Die Antwortmöglichkeiten sind „Wird mehr“, „Bleibt gleich“, „Wird weniger“, „Weiß ich nicht“ und „Keine Angabe“

Überraschende Ergebnisse

Die Ergebnisse sind doch einigermaßen überraschend: Im vergangen Jahr 2015 gaben noch 37 % der Befragten an, im folgenden Jahr mehr als drei Weiterbildungen zu besuchen. Im Jahr 2016 sank die Anzahl jener, die mehrere Weiterbildungen besuchen würden deutlich. Gerade einmal 19 Prozent der Umfrageteilnehmer/innen möchten im laufenden Jahr mindestens vier Weiterbildungen besuchen. Damit halbiert sich das Ergebnis von 2015. Natürlich kann man sagen, dass vier oder mehr Fortbildungen in einem Jahr eine stolze Zahl ist. Aber der Rückgang um gut 18 Prozent ist doch ein deutliches Zeichen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Befragten 2016 überhaupt keine Weiterbildungen besuchen würden. Die Mehrheit der interviewten Personen hält ein bis drei Seminar- oder Konferenzbesuche für umsetzbar.
Weniger Weiterbildungen oder Konferenzen zu besuchen, impliziere jedoch nicht, dass die Unternehmen weniger Geld für diese Form der Veranstaltungen ausgeben würden. Die Budgets würden in etwa gleich bleiben. Interessant ist auch die Frage nach dem Stellenwert von Weiterbildung in den Unternehmen. Dieser scheint sehr eng mit der Größe von Betrieben zusammen zu hängen. Die Befragung ergab, dass in Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeiter/innen 47 Prozent der Befragten berufliche Weiterbildung als wichtiges Gut ansehen würden. Bei Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeiter/innen waren es sogar 53 Prozent. Interessant ist, dass Unternehmen die mehr als 10, jedoch weniger als 250 Mitarbeiter/innen beschäftigen, berufliche Aus- und Weiterbildung deutlich weniger wichtig einstufen.

Gewünschte Themen und Ausrichtung

Als wichtigstes Kriterium für die Qualität der Weiterbildungen gaben 81 Prozent der Befragten den Praxisbezug an, während immerhin noch 60 Prozent der Befragten die Aktualität des Stoffes als wichtiges Merkmal ansahen. Auf Platz 3 folgte die “Fachliche Tiefe” des Stoffes mit 54 Prozent. Allerdings geht aus den Antworten leider nicht hervor, welche Inhalte besonders wichtig seien. Dieses Thema wurde in einer separaten Fragestellung behandelt. Das Ergebnis ist wenig überraschend. Den Befragten sind Praxisthemen absolut wichtig. Mit anderen Worten: die Befragten wünschen sich Fachthemen mit Bezug zur täglichen Arbeit. 84 Prozent der Interviewteilnehmer/innen wünschen sich Ausbildungen in ihrem jeweiligen Fachgebiet. Die Persönlichkeitsentwicklungsthemen landen auf dem zweiten Platz (allerdings nur mit 35 Prozent). Interessant sind auch die Merkmale, die die Vortragenden mitbringen sollen. Expertenwissen und die Verankerung in der Praxis erreichen Topwerte, während didaktische Kompetenz oder gar Unterhaltung als (deutlich) weniger wichtig angesehen werden. Die Ausbildung des Vortragenden spielt nur für 3 Prozent eine Rolle.

Zusammenfassung

Nimmt man die Ergebnisse des WEBI ernst, so zeigt sich, dass im Bereich beruflicher Aus- und Weiterbildung Klasse vor Masse steht. Der Praxisbezug steht eindeutig im Vordergrund und die Unternehmen wünschen sich deutlich weniger persönlichkeitsbezogene Themen. Man könnte also auch überspitzt formulieren, dass die Zeit der Wald- und Wiesenthemen in der beruflichen Weiterbildung immer weniger Platz findet.

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