News rund um den Arbeitsmarkt, das Recruiting, die Bewerbung und andere Themen

Was tun, wenn ich keine Antworten auf meine Bewerbungen bekomme…

Wir kennen das Phänomen eigentlich alle. Die x-te Bewerbung hat gerade den Postausgang verlassen; entsprechende Antworten im Posteingang lassen auf sich warten.

Woran liegt es, dass keine Antworten auf Bewerbungen erfolgen? Diese Frage lässt sich nicht ganz einfach beantworten. Es gibt mehrere Gründe. Was können Sie jedoch tun, um mehr Antworten zu bekommen?

(1) Fangen Sie bei Ihnen an…

Natürlich ist es klar, dass die Anzahl der Bewerbungen auf freie Stellen steigt; 200 Bewerbungen auf eine Reinigungsstelle sind keine Seltenheit. Dass der einzelne Bewerber oder die geneigte Bewerberin von seiten der Personalverantwortlichen bei der Masse an Bewerbungen nicht gerade hofiert wird, ist leicht nachvollziehbar. Es ist zwar eine Binsenweisheit, dennoch erlebe ich zu viele Bewerber/innen, die ihre Erwartungshaltungen und ihr Selbstbild nicht nachjustieren. Sie vergessen, dass Bewerber/innen in einem undurchschaubaren Wettkampf zueinander stehen. Passen Sie ihre Sicht nicht an, sind Frustrationen vorprogrammiert. Die unumstößliche Wahrheit nach Richard N. Bolles lautet: “Aussortieren kommt vor dem Einstellen”. Und wie sagte schon meine werte Frau Mutter: “Es wartet niemand auf dich!”.  Denken Sie auch daran, dass Bewerbungsverfahren heute einem Staffellauf entsprechen. Viele kleine Hindernisse sind zu überwinden.

(2) Passgenaue Bewerbungen

Bei Wald- und Wiesenbewerbungen kann es natürlich leicht passieren, dass der Personaler oder die Personalerin die metaphorische Sense auspackt und die nicht passenden Bewerbungen mit einer Armbewegung entsorgt. Je genauer Ihre Bewerbung auf die Ausschreibung passt, desto später wird man Sie auszusortieren.

(3) Anrufen… Infos einholen, dann bewerben

Um die entsprechende Passgenauigkeit zu erzielen, empfiehlt es sich vor der eigentlichen Bewerbung anzurufen. Gerade bei Personaldienstleister/innen ist dies meiner Erfahrung nach kein Problem. Als Bewerber/in sitzen mit den Personaldienstleister/innen teilweise im selben Boot, da diese möglichst passgenaue Kandidat/innen vorschlagen wollen. Sollten Sie sich also bei einer Ausschreibung nicht ganz auskennen, fassen Sie telefonisch höflich nach. In den meisten Fällen bekommen Sie eine Antwort, die Ihnen weiterbringt.

(4) Nachfassen, aber wann…?

Wenn die Bewerbung abgeschickt wurde, heißt es zunächst einmal warten. Ich empfehle meinen Kundinnen und Kunden in der Regel frühestens  nach einer Woche nachzufassen – per Mail oder eben telefonisch – sofern ich vorher nicht eine Verständigung bekommen habe, dass der Bewerbungsprozess länger dauern wird. Achtung! Nicht alle Personaler/innen gouttieren gut gemeinte Anfragen per Telefon. Zu schnell setzt man sich der Gefahr aus, als Nervensäge rüber zu kommen. Sollte jedoch eine freundlich, höflich und korrekt formulierte Nachfrage mit einem schroffen “Das werden Sie schon sehen… rufen Sie uns nicht an. Wir melden uns schon, wenn es soweit ist…” bedacht werden, lässt die Antwort tief blicken und Sie können sich ernsthaft die Frage stellen, ob Sie überhaupt noch ein weiteres Gespräch wünschen. Jedes Statement ist ja – ebenfalls fast schon eine kommunikative Kalenderweisheit – eine Selbstoffenbarung.

Um sicher zu gehen, empfehle ich die Anfrage kurz, schriftlich und höflich zu verfassen oder einfach im Sekretariat nachzufragen.

(5) und wie soll ich nachfassen?

Direkt und zwar nach der “Wir-entern-jetzt-die Bounty”-Methode! Unverblümt, direkt und freundlich. Es bringt nichts, um den heißen Brei herumzureden und gleichzeitig den Personalist/innen Honig um den (Damen)bart schmieren zu wollen. Fragen Sie ruhig nach mit den Worten: “Ich habe mich vor 2 Wochen bei Ihnen beworben, ich wollte wissen wie der Stand der Dinge ist… Gut ist natürlich das Wohlwollen des/der Gesprächspartner/in zu haben.

(5) Erwarten Sie keine direkten Antworten

Auch dies ist ein wichtiges Thema. Ihre Nachfrage dient eher dazu Interesse zu signalisieren und zu zeigen, dass Sie an den Dingen dran bleiben. Wenn man Ihnen sagt, dass das Verfahren “in zwei Wochen abgeschlossen” sei, ist schon Einiges gewonnen. Bedanken Sie sich für die nette Auskunft.

(6) Nach einem Bewerbungsgespräch

Vereinbaren Sie einen Zeitraum und einen Stichtag. Bedanken Sie sich am Tag nach dem Gespräch und zwar schriftlich. Dies per Brief oder geschmackvoller Postkarte zu tun, ist sicherlich eine gute Sache und sehr stilvoll. Erst nach dem Verstreichen der Deadline melden Sie sich selbst.

Wichtige Artikel

Ströck startet „Karrierezentrum“

Die Firma Ströck geht neue Wege im “Recruiting” Das Wiener Traditionsunternehmen Ströck geht bei der Personalsuche neue, innovative Wege: Ab 5. Oktober können sich Interessierte beim neuen “Karrierezentrum” neben der Ströck-Filiale in der Berggasse 13 in Wien 9 einfach und direkt bewerben. Ohne Vorselektion, ohne Terminvereinbarung und ohne Bürokratie hat man im neuen Karrierezentrum in der Wiener Innenstadt die Möglichkeit, sich an drei Tagen pro Woche persönlich vorzustellen und sich für eine Stelle zu bewerben. Damit will Ströck die Personalsuche sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber einfacher, schneller und angenehmer gestalten. Wiedereinsteiger/innen willkommen Ansprechen will Ströck damit unter anderem Wiedereinsteigerinnen, […]

Rekrutieren an der Quelle: AMS-Kursinstitute als Partner*innen

Rekrutierungsevents sind eine aufwändige, jedoch tolle Sache, wenn es um die Auswahl von zukünftigen Mitarbeiter*innen geht. whatelsen.work möchte nun einige Rekrutierungsevents vorstellen, die besonders interessant waren. Dabei sollen eigene und mittelbare Erfahrungen einfließen. Nach unserem ersten Beispiel, dem OTTO-Versand, brachten wir Erfahrungen aus der eigenen Praxis und zeigten wie ein Lehrlingscasting funktioniert (ENGIE Austria). In unserem dritten Beispiel, wandten wir uns Heineken zu. Im vierten Beispiel greife ich wieder auf eigene Erfahrungen zurück. Die folgende Form der Rekrutierungsveranstaltung kenne ich sehr gut, da ich sowohl für AMS-Schulungsinstitute arbeitete, als auch Erfahrung im Personaldienstleistungsbereich habe… Unternehmen aus der Erwachsenenbildung, die im […]

Wenn ich groß bin, geh’ ich AMS…

Es ist schon ein rotzfrecher Aufmacher, mit dem das Magazin “biber” auf ein ernstes Problem hinweist. “Wenn ich groß bin, geh ich AMS…” lässt viele Leser/innen als Ansage nicht kalt. Ich nehme mir das Magazin, das in Supermärkten zur freien Entnahme liegt, mit nach Hause. Mein Kopfkino springt an: Erfahrungen mit Jugendlichen, die den Hauptschulabschluss nachholen sind wieder präsent. Als ich das Magazin aufmache, wird meine Erwartungshaltung zunächst bestätigt. Viele Jugendliche sind in einem Schulsystem verankert, das wenig Perspektiven bietet. Sinnerfassendes Lesen, Grundrechnungsarten und andere Fertigkeiten sollen zwar in den Neuen Mittelschulen vermittelt werden, doch die Realität sieht anders aus. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.