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Metajobbörse versus individuelle Jobbörse: Wer hat die Nase vorne?

(c) Louis Llenera (CC0)
Jobsuche wird immer mehr zur Onlineaufgabe

Metajobbörsen bieten in der Regel natürlich viel mehr Stellenangebote als andere, herkömmliche Jobbörsen. Sie werden auch immer beliebter und scheinen auf den ersten Blick nur Vorteile zu haben. Allerdings gilt es auch bei Metajobbörsen à la “Jobkralle” (um nur eine stellvertretend zu nennen) auf einige Dinge aufzupassen.

Wie funktionieren Metajobbörsen?

Das Wort “meta” gibt schon den ersten Hinweis. Eine sogenannte Metajobbörse steht “über” den normalen Stellenanzeigenwebsites und schickt eine Suchanfrage an verschiedene Jobbörsen. Die einzelnen Jobbörsen “reagieren” und schicken die gefundenen Ergebnisse an die Metajobbörse zurück, die diese dann gebündelt anzeigt. Klicken Sie auf eine Stellenanzeige, die Ihnen gefällt, werden Sie meistens auf die entsprechende Jobbörse weitergeleitet.

Bei herkömmlichen Jobbörsen müssen die Dienstgeber/innen sich hingegen selbst anmelden und ihre Anzeige persönlich schalten oder die Anzeige wird von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin des Jobportals oder der Stellenbörse abgefasst und veröffentlicht. Lokale Jobbörsen befinden sich entweder auf den Unterseiten des eigenen Firmenauftritts oder als eigenständige Inseratensammlung – wenn Sie so wollen – die Jobangebote quer über die Branchen an Firmen verkauft. Es gibt Generalisten, Nischen- und Branchenjobbörsen, aber auch Generalisten mit einem lokalen Bezug. Metajobbörsen verfügen also sehr oft nicht über eigene Inserate, sondern profitieren von den Inseraten der einzelnen Jobbörsen.

Vorteile:

  • Die Bedienung der Metasuchmaschinen ist sehr einfach. Es gibt meist nur zwei Felder, die es zu bedienen gilt. “Was?” und “Wo?”. Nach welchem Job wird gesucht und in welcher Stadt oder Region suchen Sie?
  • Ein großer Vorteil der Metajobbörsen: Sie zeigen wie oft ein Stellenangebot quer durch das Internet gepostet wurde und listen auch mehrfach dasselbe Inserat. Der Vorteil liegt darin, dass man weiß, wo die Firma noch überall ihr Inserat veröffentlicht hat.
  • Die Zeitersparnis ist ein echter Vorteil: Anstatt mehrere Portale einzeln abzufragen, reicht mir eine Anfrage über die Metajobbörse, die dann an andere Portale weiter geleitet wird.
  • Größerer Datenpool: Vordergründig erreicht man mit einer einzelnen Anfrage über eine Metasuche einen größeren Datenpool, als wenn man jedes Portal einzeln befragen würden.
  • Auflistung der Ergebnisse und Übersichtlichkeit: Die Ergebnisse von Metajobbörsen sind meist sehr gut aufgeschlüsselt und übersichtlich dargestellt. Da auch “Dubletten” oder Mehrfachnennungen zu sehen sind, sehe ich wie weit eine Stellenanzeige gepostet wurde.
  • Vorteile haben auch Menschen, die eventuell ins Ausland gehen wollen. Statt sich erst einmal die passenden Jobbörsen aus dem Zielland herauszusuchen, kann man dies oft über dieselbe Metasuchmaschine, die man für Österreich nutzt, tun. Es reicht das Länderkürzel zu ändern. Ein Beispiel ist z.B. www.jobrapido.at, das auch in vielen anderen Ländern präsent ist.

 

Nachteile:

  • Mehrstufiges Suchen: Metajobbörsen schicken die Anfragen weiter an die angebundenen Portale oder Börsen. Da kann es passieren, dass komplexere Anfragen von der einen oder anderen Suchmaschine nicht bearbeitet werden und daher Ergebnisse “fehlen” oder keine zufriedenstellen Ergebnisse angezeigt werden. Dies fällt aber in den wenigsten Fällen direkt auf.
  • Ergebnisse scheinen oft mehrfach auf. Dubletten müssen eliminiert werden.
  • Es kann sein, dass die Angebote bereits älteren Datums und gar nicht mehr so aktuell sind, wie es scheint. Ein “heute” erschienenes Jobangebot in einer Metasuchmaschine kann bereits ein bis zwei Tage alt sein, da es erst “gefunden” werden musste.
  • Tunnelblick: Wir verlassen uns so sehr auf die Ergebnisse der Metasuche, dass wir nicht mehr links und rechts schauen. Da die Metajobbörsen viele Ergebnisse liefern, kann es bei den (Stellen)suchenden zu einer gewissen Bequemlichkeit kommen. Man lässt sich als Suchender leichter blenden, da natürlich die Mehrfacheintragungen als jeweiliges Einzelergebnis aufscheinen. Wichtige Ergebnisse, die man mit einer breiteren Suche finden könnte, werden womöglich ausgeblendet. Es kann sogar durch die verschiedenen Filter passieren, dass die originäre Suchmaschine mehr Ergebnisse gefunden hätte, diese jedoch nicht angezeigt werden.
  • Die Suche wird frustrierend: Sie suchen zwar jetzt schon über die x-te Metasuche, aber die Ergebnisse verändern sich kaum. Das liegt daran, dass Metajobbörsen Partnerschaften mit fixen Jobbörsen eingehen und die Ergebnisse in das System einspielen. Es handelt sich dann um dieselben Ergebnisse wie bei XY, allerdings unter einer anderen Präsentation.

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