Große Lücken im Lebenslauf – was tun?

Der tabellarische Lebenslauf zwingt uns regelmäßig über Lücken nachzudenken. Durch den tabellarischen Lebenlauf scheint der Druck Lücken aufzufüllen oder zu erklären noch größer. Die Frage ist nur wie? Wenn kleinere zeitliche Lücken zwischen zwei Jobs stehen, diskutieren wir die Frage nicht einmal. Es ist durchaus normal ein bis zwei Monate zwischen Job A und Job B stehen zu haben. Solche kleineren Lücken sind meines Erachtens nicht der Rede wert. Ich diskutiere diese Themenstellung immer wieder mit Kolleg/innen. Viele vertreten die Meinung, dass Lücken ganz klar mit einer Tätigkeit versehen werden sollen und auch in der Literatur besteht die Tendenz Lücken “füllen” zu müssen. Aber was tun, wenn da außer Bewerbungen und Arbeitssuche nichts ist, das man dem  potenziellen Arbeitgeber der der möglichen Arbeitgeberin erzählen möchte (Urlaub???)…

Kaschieren von Lücken mit Jahreszahlen:

Dies erscheint der einfachste Weg um eine kürzere Arbeitsphase zu dehnen. Aus einem Job, der nur von Dezember 2013 bis Februar 2014 dauerte (also knapp 3 Monate) kann man relativ schnell  ein zweijähriges Dienstverhältnis bauen: einfach die Monatsangaben weglassen. Aber bitte dann einheitlich bei allen Angaben. Also statt “12/2013 bis 02/2014” wird dann “2013 – 2014”.

Klare, offene Ansagen:

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, die Dinge beim Namen zu nennen: “Karenz”, “Aktive Arbeitssuche”, “Übersiedlung nach…” oder vielleicht sogar “persönliche Auszeit oder Sabbatical” sowie “berufliche Neuorientierung” sind Bezeichnungen, die Lücken füllen sollen. Aber tun diese Begriffe das wirklich? Wenn eine “berufliche Neuorientierung” ohne entsprechende Aktivitäten, wie “Berufsorientierung” oder “Praktikum” einhergeht, ist es aus meiner Sicht vielleicht besser gar nichts zu schreiben. Eine Worthülse wie “berufliche Neuorientierung” wird schnell kontraproduktiv, wenn Sie sich in einem Bereich bewerben, in dem Sie schon gearbeitet haben..

Kurse zum Auffüllen…

…sind auch nur bedingt o.k. Sie zeigen zwar, dass sie nicht inaktiv waren, aber auch hier sollten Sie auch auf Stimmigkeit achten. Das Absolvieren eines EDCL ist eine Weiterqualifizierung und daher auf jeden Fall erwähnenswert. Drei Bewerbungskurse hintereinander zu erwähnen ist natürlich nur bedingt interessant.

Was aber tun, wenn die Lücken zu groß werden?

In diesen Fällen kann der sogenannte tabellarische Lebenslauf zu einer wahren Qual werden. Er ist auch knallhart und zeigt offen längere Abwesenheiten vom Arbeitsmarkt. Das ist auch nicht verwunderlich, denn genau das ist seine Aufgabe. Der tabellarische Lebenslauf soll den Personaler/innen einen schnellen Überblick verschaffen – und die Betonung liegt auf “schnell”.

Dabei war das nicht immer so. Der Lebenslauf in Aufsatz- oder Briefform ist eine weitere Möglichkeit seinen beruflichen Werdegang darzustellen. Unsere Elterngeneration kannte keine andere Form des Lebenslaufes, da sie Lebensläufe noch per Hand oder auf der Schreibmaschine verfasste.

Wie funktioniert es:

Vereinfacht gesagt: Sie schreiben den Lebenslauf in Form eines Bewerbungsschreibens, bringen nur eine Reihe an Zahlen, Daten und Fakten aus dem Lebenslauf in einen textlichen Zusammenhang. Dadurch wird der Spielraum in der Darstellung deutlich größer und es gibt mehr Möglichkeiten über Lücken hinweg zu sehen. Zeitliche Abfolgen können mit “Danach” oder “Später” angegeben werden. Man vermisst etwas weniger die Jahreszahlen. In der Folge habe ich einen Lebenslauf in zwei verschiedenen Varianten gepostet. Einerseits einen Lebenslauf mit Lücken, die einfach nicht kommentiert wurden (was natürlich auch eine Variante ist und nicht einmal die schlechteste, weil man guten Gewissens seine berufliche Erfahrung in den Vordergrund stellen kann), andererseits eine neue Form, die einen Mix aus Briefform und tabellarischem Lebenslauf darstellt.

Zusätzlich habe ich einen Lebenslauf genommen, von einer Frau, die in wenigen Tagen ihren 60 Geburtstag feiern würde und voraussichtlich in die Pension gehen würde. Aber es soll ja auch Menschen geben, die über das Pensionsantrittsalter hinaus arbeiten wollen ;-). Die hier gezeigten Lebensläufe basieren auf der Grundform eines Musterlebenslaufes aus dem interaktiven AMS-Bewerbungsportal.

Lebenslauf neu – Mischform
Lebenslauf klassisch – tabellarisch

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