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Die neuen Jobmotoren? Was steckt dahinter?

Ein neues Wort hat sich in die Unternehmenskommunikation eingeschlichen. Viele Unternehmen – vor allem größere – präsentieren sich gerne als Jobmotoren. Auch die Medien nehmen dieses Wort gerne auf und benutzen den Begriff, sobald die Diskussion sich um das Thema Arbeitsplätze und Wirtschaftsentwicklung dreht. Auch der Duden kennt das Wort. Das wundert nicht.

Wikipedia definiert den Begriff wie folgt:

“Der Jobmotor (auch: die Jobmaschine) ist ein Schlagwort, mit dem die Massenmedien je nach Wirtschaftslage einzelne Unternehmen, Wirtschaftszweige oder Veranstaltungen bezeichnen, die eine besonders hohe Zahl an neuen Arbeitsplätzen schaffen. Jobmotoren können auch regional begrenzt sein, wenn sich beispielsweise ein Unternehmen an einem neuen Standort ansiedelt oder an einem bestehenden Standort vergrößert.”

Jobmotoren können vor allem dann regional positiv wirken, wenn sie in einer bestimmen Region neue Unternehmen anziehen – etwa in Form von Zulieferbetrieben – und somit neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Bild von der Fabrikhalle auf der grünen Wiese, um die herum ein regelrechtes Industriegebiet entsteht, ist durchaus angebracht. Lange Zeit war die Stahlproduktion ein richtiger Jobmotor für ganze Regionen. Generell wirken “Jobmotoren” auf andere Unternehmen. Keine Frage. Nur sie können auch in beide Richtungen wirken. Durch geschicktes Employer Branding können Arbeitskräfte von anderen Firmen abgezogen werden, sehr expandierende Unternehmen verdrängen andere Unternehmen und durch eine geschickte Standortpolitik können größere Betriebe dazu animiert werden, zu wandern. Der Jobmotor wirkt in diesen Fällen nur lokal oder regional.

jobmotorJobmotoren – nicht nur positiv

Meine These ist: sogenannte Jobmotoren wirken zwar in einem bestimmten Bereich positiv, man sollte jedoch vorsichtig mit einer vorschnellen Lobhudelei sein, denn oft arbeiten die “Jobmotoren” mit Abgasen, die sich an anderer Stelle negativ auswirken – um im etwas schiefen Bild der Metapher zu bleiben. Und vor allem, was passiert, wenn ein Jobmotor ins Stottern kommt und eine gesamte Region dadurch zum Erliegen kommt. Auch dies kennen wir aus der Stahlindustrie sehr gut. In Wien gibt es so eine regionale Entwicklung nicht. Wien als ganze Stadt sieht sich natürlich immer wieder als Jobmotor. Dies ist jedoch aufgrund der demografischen Sondersituation von Wien nicht wirklich verwunderbar. Eine zweite “Region”, die im Zusammenhang mit dem Wiener Arbeitsmarkt immer wieder als “Jobmotor” genannt wird, ist der Wiener Flughafen, der natürlich eine Vielzahl an Jobs bereit hält.

Lidl, Hofer und die anderen: Jobmotoren oder Verdrängungswettbewerb?

Die Firma Hofer bezeichnet sich in einer Presseaussendung als Jobmotor, was in Bezug auf das Unternehmen, sicherlich stimmt und natürlich positiv hervorgestrichen gehört. In einer Presseaussendung heißt es: “Von Anfang 2014 bis September 2015 schuf das Unternehmen 1.900 neue Arbeitsplätze in Österreich und dieser Wachstumstrend wird sich weiter fortsetzen.” (OTS0107, 25. Sep. 2015, 12:00). Wenn man dann im November 2015 hört, dass ein anderes Unternehmen in der Branche nämlich “Zielpunkt” vor einer Insolvenz steht und 2.500 bis 3.000 Arbeitsplätze in der Branche bedroht sind, relativiert sich die Aussage in Bezug auf den Arbeitsmarkt und die Branche insgesamt. Und in der Tat: etliche Unternehmen, wie z.B. “Denn’s Biomarkt” die in der Tat durch einen expansorischen Kurs zu einem “Jobmotor” wurden, nutzen – verständlicherweise – das Angebot an ehemaligen Zielpunkt-Mitarbeiter/innen. Es kommt also zu einer Verschiebung. Vor allem sagen statistische  Zahlenspielereien wenig über die Qualität der Jobs aus. Handelt es sich bei den vielen neuen Arbeitsplätzen um Vollzeitäquivalente oder um Teilzeitangebote. Bei der Firma Hofer ist eher anzunehmen, dass das Gros der Jobs Teilzeitangebote (wenn auch überdurchschnittlich bezahlt) ist. Wie auch an anderer Stelle festgestellt wurde, ist das Thema Jobmotor dort kritisch zu beobachten, wo es zu vermehrten Teilzeitangeboten kommt.

Wien: Tourismus als Jobmotor mir Babuschkawirkung

Allgemein wird der Tourismus und besonders der Kongresstourismus als allgemeiner Jobmotor in Wien angesehen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Studie des Meinungsforschungsinstituts IFES. Der Arbeitsmarktklimaindex Tourismus wird mit einer interessanten Titelzeile überschrieben: “Arbeitsklimaindex Tourismus 2014 – der Jobmotor stottert”. Was ist gemeint: Der Tourismus schafft nachwievor Jobs in Wien (auch 2015 war dies der Fall), doch die generelle Arbeitszufriedenheit in der Tourismusbranche läge unter jener anderer Branchen. Viele Aspekte – von der Einkommenszufriedenheit, über Weiter- und Ausbildungsmöglichkeiten etc. – würden negativer abschließen als in anderen Branchen, was natürlich alles dazu führen kann, dass der “Jobmotor Tourismus” durch eine hohe Fluktuation und Abwertung des Ansehens ins Stolpern geraten würde. Oder anders formuliert: Jede Medaille hat zwei Seiten. Generell sind Branchen, die dauernd “neue” Stellenangebote generieren, auch auf die Fluktuation innerhalb der Branche zu hinterfragen. IFES Studie

Jobmotoren sind also nicht nur Unternehmen oder Branchen, die laufend neue Arbeitsplätze schaffen, es geht auch darum, ob die Branche eine gewisse Zufriedenheit ausstrahlt. Der Promotion-Bereich schafft laufend neue Jobs, würde sich wahrscheinlich jedoch nicht wirklich als “Jobmotor” oder “Jobmaschine” – im Sinne von dauerhaften Vollzeittätigkeiten – wahrnehmen.

Auf der anderen Seite wurde in einem Hearing im Österreichischen Bundesrat über die Chancen und die Perspektiven des Tourismus in Österreich gesprochen. Dabei wurde natürlich noch einmal demonstriert, dass besonders in Wien der Tourismus und die Hotelnächtigungen ein wesentlicher Faktor auf dem Arbeitsmarkt seien. Es erscheint in diesem Kontext ebenso klar, dass der Begriff “Jobmotor” gerne eingesetzt wird, um weitere Forderungen zu stellen (ich nenne es: Babuschkaeffekt): “Präsidentin Michaela Reitterer (Österreichische Hoteliervereinigung) machte auf den “Jobmotor” Tourismus und auf 3-prozentige Nächtigungszuwächse in Wien, zugleich aber auf den wachsenden Hotel-Wettbewerb in der Bundeshauptstadt aufmerksam. Die dritte Landepiste in Schwechat hielt Reitterer für lebensnotwendig, außerdem forderte sie die Abschaffung der Ticketsteuer und eine Beschleunigung der Visa-Abwicklung. Da Gäste vom Wachstumsmarkt Asien in erster Linie nach Europa kommen, um in den Städten einzukaufen, sollte man nicht nur in Bad Kleinkirchheim, sondern auch in der Wiener City auch am Sonntag einkaufen können, sagte Reitterer pointiert.” Städtetourismus als Wachstums- und Jobmotor.

Tourismuszonen als Jobmotor

Ins gleiche Horn stößt die Wirtschaftskammer Wien. Die WK Wien sieht in der Gründung von sogenannten Tourismuszonen einen weiteren Jobmotor. Was ist damit gemeint? Die WK Wien hat drei mögliche Tourismuszonen identifiziert, in denen Unternehmen auch an Sonntagen aufsperren dürfen – Die Organisation verspricht: Zwei Drittel der Touristen würden shoppen – Potential: 140 Mio. Euro Umsatz, 800 neue Jobs. (OTS0085, 26. März 2015, 11:04, WK Wien). Man vergleiche die Zaheln 140 Millionen Euro Umsatz gegenüber 800 neuen Jobs. Natürlich würde eine Öffnung der Ladenzeiten zu mehr Jobs führen – die Frage ist allerdings, ob es sich um Vollzeitäquivalente oder reine Teilzeitjobs handeln würde. Leider wird in diesen Diskursen der “Job” als Selbstwert beschrieben. Es geht nur mehr um Jobs. Wichtig aus meiner Sicht ist jedoch auch die Frage stellen zu dürfen, welche Jobs gemeint sind. Das Risiko bei einer weiteren Ausweitung auf Sonntagsangebote verstärk auf geringfügige Stellen zurück zu greifen, ist allemal vorhanden. Wir sehen dies ja im Moment sehr stark im Handel, wo sich seit einigen Jahren die sogenannte “Samstagsaushilfe” etabliert hat.

Ob eine Sonntagsöffnung nicht einfach zu einer Verschiebung der Jobs impliziere –  etwa durch Montagsschließungen – ist nicht gewiss – und Umsatz bedeutet nicht gleich Gewinn, zumal der Sonntag nicht nur in Kollektivverträgen eine mehr als heilige Kuh ist, die Gewerkschaft und Kirche nicht so einfach zur Schlachtbank führen wollen.

Die oben zitierte IFES-Studie relativiert den Bereich Tourismus schon alleine deshalb, weil sie die Frage nach der Qualität und der Arbeitnehmer/innenzufriedenheit stellt. Ob eine weitere zeitliche Flexibilisierung die Zufriedenheit steigern würde, steht auf einem anderen Blatt und ist eine Frage, die zu diesem Zeitpunkt nicht beantwortet werden kann. Nehme ich die IFES-Studie als Indikator für eine tourismuskonforme Handelsregelung, darf bezweifelt werden, dass eine weitere Flexibilisierung im Handel/Tourismus zu mehr Zufriedenheit führen wird.

Ein alter, bewährter Hut – öffentliche Investitionen als Jobmotor

Ein weiterer Jobmotor, der gerne angeführt wird, ist eigentlich auch schon ein Dauerbrenner in jeder Arbeitsmarktdiskussion. Die Wiener Linien (und mit ihnen die Wiener Stadtwerke) nutzten den Begriff des Jobmotors in einer Presseaussendung, und zitierten eine TU-Studie, die zeige,  “dass je 100 Millionen investierter Euro in den U-Bahn-Ausbau rund 1.700 weitere Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden. Über 60 Prozent der Beschäftigungseffekte entfallen auf Wien. Derzeit laufen die Arbeiten für die U1-Verlängerung nach Oberlaa, die 2017 eröffnet fertiggestellt wird.” Allerdings ist es natürlich klar, dass solche Projekte immer nur temporäre Jobs implizieren und keine Dauerlösungen sind. Aussendung Wiener Linien . Dieser Umstand wird in der Aussendung nicht thematisiert. Bauvorhaben und Neubauten sind ein Projektgeschäft. 2015 war es nicht immer einfach Jobs für einfache Bauarbeiter/innen zu finden. Die Großprojekte der letzten Jahre waren so gut wie abgehandelt (Seestadt etc.) Daher bleibt die Frage, ob die Altbausanierung nicht ein besonders guter Jobmotor sei. Die 2015 neu in den Wiener Landtag gewählten NEOS sehen vor allem in der Sanierung der Häuser einen “Jobmotor”. “Die NEOS forderten mehr Treffsicherheit und Transparenz beim Zugang zum geförderten Wohnbau, und regten eine Abkehr von der Trennung von Wohnbauten und Bürogebäuden an. Vonnöten seien neue Fördermodelle bei Haussanierungen, vor allem hinsichtlich einer höheren Energieeffizienz; darüber hinaus seien Sanierungen ‘Jobmotor’.”(PID Rathauskorrespondenz, OTS0223, 11. Dez. 2015, 18:24). Nachdem die Stadt Wien u.a. aufgrund der angespannten Arbeitsmarktsituation für 2016 neue Schulden in Kauf nimmt, kommt es sicher zu dem einen oder anderen Projekt, das für Jobs in der Baubranche sorgen wird.

Gesundheit und Sport

2005 stellte das Arbeitsmarktservice im Rahmen einer Tagung die Frage: “Qualifikationsbedarf der Zukunft: Gesundheit und Sport – Jobmotoren in Österreich?” Allerdings mit einem dicken Fragezeichen. In der Publikation, die dieser Veranstaltung folgte, wurde eindeutig beschrieben, dass die Bereiche Gesundheit und Sport sehr wohl ein Marktfaktor seien. Leo A. Nefiodow teilte das Gesundheitswesen gewisserweise in einen Gesundheits- und Krankheitsmarkt, um den Unterschied zwischen jenem Teil des Gesundheitswesen, der sich nur um Kranke kümmert, von jenem, der in der Krankheitsprävention arbeitet, zu markieren. Letztlich ist sein Fazit spannend: “So zynisch es klingt: Wachstum im derzeitigen »Gesundheitswesen« kann praktisch nur stattfinden, wenn es noch mehr Kranke, noch mehr Krankheiten und noch mehr (vermeidbare) Kosten gibt. Und die Zahl der Erkrankungen nimmt seit Jahrzehnten ständig zu, bedingt zum Teil durch das Älterwerden der Menschen, vor allem aber durch den modernen Lebens-, Arbeits- und Ernährungsstil. (…) Im Aufbau eines Gesundheitssektors parallel zum derzeitigen Krankheitssektor schlummern die größten Produktivitäts- und Wachstumsreserven. Um diesen neuen Sektor aufzubauen, werden neue Konzepte, Strategien, Medikamente und Therapien benötigt, die nicht auf die Reparatur von Krankheiten abstellen, sondern auf die Herstellung und Erhaltung von Gesundheit ausgerichtet sind und den Menschen ganzheitlich ernst nehmen.” Leo A. Nefiodow: Der Gesundheitsmarkt – Wachstumslokomotive des 21. Jahrhunderts. In der Tat ist der Krankenmarkt – 10 Jahre nach dieser Tagung – ein richtiger Jobmotor, was sich vor allem anhand der arbeitsplatznahen Qualifizierungen im Rahmen des WAFF und anderer Einrichtungen abzulesen ist. Jobs als Heimhelfer/innen und Pflegehelfer/innen sind ein Dauerbrenner und die Träger sind noch immer bereit – zusammen mit öffentlichen Vertreter/innen – die Ausbildungskosten zu übernehmen, was immer ein starker Indikator für einen “Jobmotor” darstellt.

Helmut Dornmayr weist in seinem Beitrag “Jobmotor »Gesundheit und Sport«:Welchen Treibstoff braucht er? Analysen zu Ausbildung, Berufsausübung und Finanzierung in Österreich” darauf, dass der Pflegebereich ein sehr wichtiger Jobmotor sei, sieht jedoch die Ausbildung, die Finanzierung durch Pflegegeld und auch die Spielregeln zur Berufsausbildung als “Bremsen”. Er erwähnt zwar die Thematik, dass Pflegekräfte – vor allem in der Hauskrankenpflege – oft zugekauft werden müssten (besonders bei zeitaufwändigen Dauerpflegeleistungen), erwähnt jedoch mit keinem Wort, dass die Einkommenssituation und die Arbeitsbedingungen in diesem Bereich auch nicht immer berauschend sind und dass eine weitere “Bremse” für diesen speziellen Bereich auch die Fluktuation sein kann. Allerding sind die Beiträge 10 Jahre alt – sie zeugen von einem gewissen Optimismus, dem mittlerweile sicherlich ein gewisse Ernüchterung gefolgt ist. Wie bereits betont: Nachwievor werden Pflegekräfte auch über den WAFF ausgebildet, aber es wäre natürlich schön heraus zu finden, ob das, was der IFES für die Hotellerie festgestellt hat, auch in der Pflege zutrifft.

Fluktuation?

Eine Diplomarbeit zu diesem sehr prekären Thema gibt sicherlich interessante Hinweise. Sabine Grün-Wegeler verfasste 2012 auf der Universität Wien eine Diplomarbeit mit dem Titel: “Arbeitszufriedenheit bei Heimhelferinnen. Ich zitiere:

“Laut Expertengespräch mit E. Schusser (2011) liegt die Fluktuationsrate bei Heimhelferinnen in Wien weit über 27,3 %. In der Literatur werden selten harte Zahlen genannt, doch findet sich überall Bestätigung, dass es Fluktuation gibt und dass die daraus resultierenden Folgen, wie hohe Personalkosten, Reduktion der Effektivität und Produktivität von Organisationen, Verschlechterung der Patientenversorgung (…), einen noch höheren, durchaus vermeidbaren Druck auf die sozialen Dienste ausüben.”

Die Statistik Austria – und die Jobmotoren

Die Statistik Austria benutzt den Begriff “Jobmotor” in einem einzigen Bereich. In einer Presseaussendung zur Umweltwirtschaft im Jahr 2012 werden die erneuerbaren Energien und vor allem der Bereich  “Management der Energieressourcen” als wahre Jobmotoren genannt, weil in diesen Bereichen hohe Umsätze erzielt und die meisten Mitarbeiter/innen bei den sogenannten “green jobs” zu finden seien. Ansonsten nennt die Statistik Austria keine Branche “Jobmotor”.

Wenn man den Begriff über die einzelnen Suchmaschinen recherchiert, bekommt man leicht den Eindruck, dass fast jede Branche ein Jobmotor ist. Hier in diesem kurzen Artikel wurden nur 5 genannt: Öffentliche Invenstitionen in die Infrastruktur, erneuerbare Energien, Handel und Tourismus, Krankenwesen. Die Tendenz zu den Dienstleistungsberufen wird sicherlich noch zunehmen. Auch der Transport und die Zustellung profitieren von den Veränderungen im Kauf- und Konsumverhalten der Menschen. Jobs in der Zustellung sind vorhanden, der Kampf ist jedoch ungemein hoch, da viele Transportfahrer mehr oder weniger als Selbständige fungieren, was natürlich zu einem ungemeinen Preiskampf führt. Zudem ist es wie in anderen Branchen auch. Die rein manuellen Tätigkeiten nehmen ab und der Bedarf an Qualifikationen steigt. Dies bestätigt auch eine kurze Notiz aus den “Oberösterreichischen Nachrichten”: “Nach dem Einbruch in der Wirtschaftskrise geht es in der heimischen Logistikbranche seit 2012 wieder bergauf. Laut Arbeitsmarktservice (AMS) steigt nicht nur die Nachfrage nach Arbeitskräften. Auch die Anforderungen wachsen. Begehrt seien Arbeitnehmer mit Kenntnissen in Projektmanagement und IT. Verstärkt würden auch Umwelttechnik und rechtliches Grundlagenwissen nachgefragt, sagte AMS-Chef Johannes Kopf bei einem Pressegespräch diese Woche. Bei internationalen Konzernen seien auch im Lager grundlegende Englischkenntnisse erforderlich. Herwig Schneider, Leiter des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI), hat errechnet, dass jeder Beschäftigte in der Logistikwirtschaft 3,5 Arbeitsplätze in der österreichischen Volkswirtschaft sichere.

Jobmotor – ein Plastikbegriff

Jobmotor ist ein Begriff, der an Schärfe und Präzision verliert, da viele Branchen und Betriebe für sich reklamieren, ein Jobmotor zu sein. Dies macht den Begriff natürlich auch zu einem gewissen Plastikbegriff unter dem jede/r ein wenig etwas anderes versteht. Oft wird bereits die quantiative Schaffung von Jobs als alleiniges Kriterium herangezogen. Wie wir gesehen haben, ist natürlich auch die Qualität (Vollzeitjobs, Fluktuation etc.) ein Thema, das aus meiner Sicht unbedingt in die Diskussion um die sogenannten Jobmotoren einfließen sollte. 2013 hielt die Arbeiterkammer in ihrer Studie “Jobmotor Wien: Turbo oder Trabi” fest, dass hauptsächlich Teilzeitjobs geschaffen werden würden und bestätigt den Wandel hin zu Dienstleistungen. Auch für 2016 deuten die Zahlen darauf hin, dass es zwar mehr Jobs in Wien geben werde, sich das Stundenvolumen jedoch nicht vergrößern würde, was unweigerlich auf ein Plus bei Teilzeitstellen und ein Minus bei Vollzeitangeboten hindeutet. Auch dies ist eine Kehrseite der sogenannten Jobmotors. Positiv ist zu vermerken, dass es die KMUs sind, die die meisten Jobs anbieten. Wenn also durch eine Großpleite sehr viele Leute ihren Job verlieren, ist dies schlimm, verhindert jedoch den Blick auf die Tatsache, dass dies durchaus durch kleine Unternehmen aufgefangen werden kann. Die Frage ist, ob eine quantitative Diskussion um Jobs und Arbeitssuchende der richtige Weg ist. Die Frage ist jedoch auch: Wenn ich alle Jobmotoren, die es so gibt, zusammen zähle, wieso ist die Arbeitslosigkeit denn so hoch? Auf alle Fälle ist “Jobmotor” für mich einer der heißesten Anwärter auf den Titel “Unwort des Jahres” …

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