News rund um den Arbeitsmarkt, das Recruiting, die Bewerbung und andere Themen

Die Letzten werden die Ersten sein… alte Stellenangebote als Fundgrube

Die Letzten werden die Ersten sein...
Die Letzten werden die Ersten sein…

… oder wie sinnvoll es sein kann, sich auf “alte” Stellenanzeigen zu bewerben

Der Eindruck  hält sich verstärkt.  Das Thema scheint wenig relevant. Wieso sollte ich mich auch auf alte Stellenangebote bewerben? Macht ja keinen Sinn? Oder doch? Immer wieder höre ich von Bewerber/innen die Klage, dass das Arbeitsmarktservice ja nur alte Stellenangebote veröffentliche. Es sei ein Kreuz mit den alten Stellenangeboten. Alles sinnlos!

Die Kritik an alten Stellenangeboten ist in erster Linie verständlich. Das Themascheint auch nicht allzu verbreitet in der sehr breiten Bewerbungs-und Ratgeberliteratur. Dabei kann die weit verbreitete Vorannahme, dass “alte” Stellennangebote bereits besetzt seien etwas kurz greifen.

 

Stellenanzeigen etwas liegen zu lassen, kann durchaus etwas bringen…

Denken wir es weiter. Stellenanzeigen etwas liegen zu lassen, kann seinen Reiz haben. Es eröffnet sogar Möglichkeiten. Allerdings gilt dann ein etwas anderer Zugang.  Man kann relativ leicht in die Bewerbung mit einem Telefonat einsteigen. Die Frage, ob die Stelle noch frei sei, ist geradezu ein Klassiker. Sie können natürlich auch mit einer inhaltlichen Frage einsteigen und geradezu ignorieren, dass die Bewerbung schon zwei Wochen ausgeschrieben wurde. Welcher Wochentag der beste für Bewerbungen ist, ist schwierig zu definieren.

 

An welchem Tag bewerbe ich mich telefonisch?

Verschiedenste Artikel im Netz nennen den Montag oder den Freitag; Montag früh seien die Personaler noch frisch und ausgeruht, Freitags sei weniger los und sie stünden vor dem Wochenende. Beides macht Sinn. Der Nachteil von Montagen: es handelt sich um den bewerbungsstärksten Tag und die Personaler/innen müssen durch Berge von Post. Der Freitag ist oft schon sehr “casual” und es wird oft schwer sein, jemanden zu erreichen. Egal an welchem Tag Sie es probieren: Eine gewisse Hartnäckigkeit gehört dazu und ist unumgänglich.

 

Was tun, wenn das Stellenangebot bereits als “vergeben” gekennzeichnet ist?

Auch das ist kein Beinbruch; ganz besonders bei Personalfirmen nicht. Ich arbeitete einmal für einen Kandidaten, der unbedingt als Krankenträger arbeiten wollte. Nach einem Sichten der aktuellen Jobbörsen fiel mir ein, dass eine bestimmte Firma vor einem halben Jahr Leute in diesem Bereich suchte. Ich nutzte die Gelegenheit und fand auch noch das Uraltinserat. Mehr brauchte es nicht, um den Kontakt herzustellen. Das Ergebnis war positiv. Es stellte sich tatsächlich heraus, dass die Firma erneut auf der Suche nach Krankenträgern sei, wenn auch nur als Urlaubsvertretung. Dem Kunden war es mehr als recht und er konnte so einen Einstieg in den Beruf bekommen.

In einem anderen Fall – Branche: Hotellerie – wurde mir bereits mitgeteilt, dass bereits die Probezeit begonnen habe. Auch das war kein Beinbruch. Ich bot den Kandidaten quasi als “Ersatz” an. Das Ende vom Lied: Mein Kandidat wurde nach drei Wochen zum Vorstellungstermin eingeladen.

 

Inserate dienen oft als Werbung

Im Forum von Gigajob gab es eine kurze Diskussion zum Thema. Dort wurde auch die Frage gestellt, wann ein Inserat zu “alt” sei. Die Antwort eines Users fand ich beeindruckend und daher möchte ich Sie Ihnen nicht vorenthatlen.

 

“Die Frage ist, wo zieht man die Grenze was das Alter angeht. Es gibt ja durchaus Firmen, die sich mehrere Monate mit der Bewerberauswahl Zeit lassen und eine Anzeige dann auch länger gültig ist. Ich glaube ich würde im Zweifelsfall einfach kurz bei der Firma anrufen und Fragen ob die Stelle noch zu besetzen ist.”

 

In besagter Online-Diskussion wurde natürlich ebenfalls zurecht darauf hingewiesen, dass “ewige” Stellenangezeigen aus mehreren Gründen existieren.

(1) Weil die Stelle nie aus dem Netz genommen wurde. Auch ich kann ein Liedchen davon singen. Ich postete bisher immer wieder Stellenangebote auf meinen alten Weblogs und habe diese auch nie wirklich entfernt, weil ich eben den Ansatz verfolge, dass auch ein altes Stellenangebot seinen Zweck verfolgt und weil es für mich eine Art Arbeitsnachweis ist, dass ich mich als Betriebskontakter um Stellenangebote kümmere.  Außerdem bringen mir alte Stellenangebote Zugriffe. Auch wenn ich den Ärger über sogenannte “veraltete” Stellenangebote verstehe;  für mich sind veraltete Stellenangebote nichts weiter als eine Information, die ich ignorieren oder benutzen kann.

(2) … haben Stellenanzeigen, die immer wiederkehren oder daueronline sind natürlich auch einen gewissen Werbewert, der von einigen Unternehmen bewusst einkalkuliert wird. Stellenanzeigen aus der Hotellerie verfügen über einen starken Werbebezug, weil das Vorstellen des Hauses mehr als einen Satz beansprucht.

 

Vorteile sich auf “alte” Stellenanzeigen zu bewerben

  • Erhöhung der Aufmerksamkeit
  • Leichter telefonischer Einstieg
  • Bei Ketten ist die Chance, dass ein Job in einer anderen Filiale frei ist höher
  • Auch Personalberater/innen nehmen Sie leichter in Evidenz, besonders, wenn Sie auf die Branche spezialisiert sind.

 

Nachteile, die man erwarten muss

  • Die gewünschte Stelle ist bereits vergeben und eine Bewerbung wird nicht einmal ignoriert (daher vorher anrufen)
  • Man wird zwar aufgefordert sich zu bewerben, die Bewerbung wird jedoch nicht mehr (richtig) bearbeitet.
  • Die Personaler/innen haben die Stelle nicht mehr auf dem Schirm und Sie müssen lange erklären, wieso Sie sich bewerben.
  • Sie werden (un)freundlich darauf hingewiesen, dass es sich nur lohnen würde auf aktuelle Stellenangebote zu reagieren. Konter: Evidenzhaltung.

 

Wichtige Artikel

“Der Teufel trägt Prada” für Bewerber/innen

Der Film “Der Teufel trägt Prada” stammt aus dem Jahr 2006 und ist eine ordentliche Satire auf die Welt des Modebusinesses. Der Streifen ist jedoch auch aus anderen Gesichtspunkten nicht uninteressant. Es gibt im Film „Der Teufel trägt Prada“ drei interessante Szenen, die für jedes Bewerbungstraining herhalten können. Zum Thema Einstellung: Die erste ist jene, in der sich Andy (Anne Hathaway) bei Nigel (Stanley Tucci) beschwert, wie furchtbar sie behandelt wird. – „Sie hasst mich, Nigel…“ – „Und das ist mein Problem, weil… oh Moment, nein das ist ja nicht mein Problem.“ – „Ich weiß nicht mehr was ich noch […]

Bewerbungsgespräch: Arbeiten mit der “Critical Incident Technique”. Die Theorie.

Hier geht es zum zweiten Teil des Artikels zum Thema “Critical Incident Technique” Die “Critical Incident Technique” (oder: Die Methode der kritischen Ereignisse) ist sehr spannend um in Vorstellungsgesprächen etwas mehr über Bewerber/innen herauszufinden. Die Methode wurde von John C. Flanagan im Jahre 1954 entwickelt, um Flugpersonal besser einschätzen zu können. Es handelt sich also um eine Technik, die speziell für die Selektion von Personal entwickelt wurde und nicht aus einem anderen Bereich kommt. Laut Wirtschaftslexikon handelt es sich um ein… “…halbstandardisiertes Verfahren zur empirischen Anforderungsanalyse. Grundidee ist es, bestimmte Verhaltensweisen (bzw. „kritische Ereignisse”) als bes. erfolgreich oder nicht erfolgreich […]

So wie man in den Wald ruft…

… so schallt es meistens auch zurück. Oder: Warum die immer gleichen Fragen bei Bewerbungsgesprächen zu keinen befriedigenden Antworten führen (können). Konsultiert man verschiedene Ratgeber/innen zum Thema Bewerbung und Vorstellungsgespräch, entdeckt man immer wieder, dass dieselben Fragen angeführt werden. Auch auf HRweb.at habe ich   eine Liste gefunden, die ich Ihnen gerne auch an dieser Stelle übermittle. Doch leider führen viele (nicht alle) dieser Fragen zu unbefriedigenden Antworten, schon alleine deshalb, weil man natürlich von den gleichen Bewerbungsratgeber/innen auch die entsprechenden Antworten zur Verfügung gestellt wird. Auch die Autor/in des HR Web Beitrages bestätigt: “Ja, diese Standard-Bewerbungsfragen machen Sinn und können […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.