News rund um den Arbeitsmarkt, das Recruiting, die Bewerbung und andere Themen

“Der Teufel trägt Prada” für Bewerber/innen

Der Film “Der Teufel trägt Prada” stammt aus dem Jahr 2006 und ist eine ordentliche Satire auf die Welt des Modebusinesses. Der Streifen ist jedoch auch aus anderen Gesichtspunkten nicht uninteressant. Es gibt im Film „Der Teufel trägt Prada“ drei interessante Szenen, die für jedes Bewerbungstraining herhalten können.
Im Kleiderschrank…

Zum Thema Einstellung:

Die erste ist jene, in der sich Andy (Anne Hathaway) bei Nigel (Stanley Tucci) beschwert, wie furchtbar sie behandelt wird.
– „Sie hasst mich, Nigel…“
– „Und das ist mein Problem, weil… oh Moment, nein das ist ja nicht mein Problem.“
– „Ich weiß nicht mehr was ich noch tun soll. Mach’ ich nämlich was richtig, wird es nicht anerkannt. Sie sagt nicht einmal „Danke“. Mache ich jedoch etwas falsch, dann wird sie richtig widerlich.“
– „Dann kündige…“
– „Was???“
– „Kündige. Ich krieg’ sofort einen Ersatz für dich, in fünf Minuten, jemand, der den Job wirklich will.“
Aber, ich will nicht kündigen. Das ist nicht fair. Aber ich will doch nur sagen…ich will nur sagen, dass ich gerne etwas Anerkennung, dafür hätte, dass ich mich so anstrenge.
– „Ach, Andy sei ehrlich. Du strengst dich nicht an. Du jammerst… Was willst du von mir hören? Hmmm…Willst du von mir hören „Du armes Ding! Miranda macht dich fertig. Du armes Ding Arme Andy. Mhmm. Wach auf, Größe 36. Die Frau macht nur ihren Job! […]
 
Du hast keine Ahnung , wie viele Legenden hier durch marschiert sind. Und das Schlimmste ist… es ist dir egal. Weißt du, während so viele andere Leute für deinen Job sterben würden, lässt du dich nur dazu herab. Und jetzt willst du wissen, warum sie dir nicht über den Kopf streichelt und dir für deine Hausaufgaben kein Sternchen ins Heft malt. Wach auf mein Mädchen…“
– „Das heißt… ich vermassle es!“
– „Mhhmm“
Wie oft jammern wir in unseren Jobs? Gerne und viel und hin und wieder ist es auch sehr o.k.
Es kann ein feines Werkzeug sein. Wir sprechen ja nicht umsonst davon, mal kräftig Dampf abzulassen und dass „Reden in den meisten Fällen“ hilft oder helfen soll. Aber es geht natürlich auch hier um den Bewerbungsprozess und die immer wiederkehrende Frage: „Wie viel Zeit, Geld und Energie bin ich bereit zu investieren um den oder einen Job zu bekommen?“ Und vor allem folgende Einstellung ist schwierig. “Sich für etwas Besseres zu halten”. Ich meine damit nicht die kleinen Selbstüberschätzungen, die wir brauchen um zu überleben (angeblich sollen junge Männer ja verstärkt Gebrauch davon machen und in einer medialen Umwelt mit Superstar-Action-Figuren ist dies nicht weiter verwunderlich.) Was ich meine, ist jene seltsame Idee, die uns oft im Bewerbungsprozess befällt, dass wir so gut sind, dass wir uns nicht wirklich anstrengen müssen und dass alle anderen mit Verlaub „Trottel“ sind. Großer Fehler… Dieser Selbstbetrug führt in eine Sackgasse. In „Der Teufel trägt Prada“ muss Andy erst lernen, dass auch sie ein wenig von ihrem intellektuellen Ross runter steigen muss und dass es sich bei der Modebranche um “Business” handelt – ein Business mit eigenen Spielregeln und vielleicht eigenartigen Riten aber dennoch ein Business. Der Cinderella-Effekt des Films ist natürlich gewollt um die Geschichte noch „plastischer“ zu erzählen. Er ist jedoch auch ein guter Hinweis, sich auf die Stärken zu besinnen, vom „Jammern“ ins „Tun“ zu kommen zu fokussieren und sich vielleicht das Leben dadurch ein wenig leichter zu machen.

Netzwerken:

Bei der Party. Die Assistentinnen flüstern ein.

Die zweite Szene zeigt Andy und Emily (Emily Blunt) als Einflüsterinnen beim großen Benefiz-Empfang. (O-Ton: „Bei dem Empfang heute abend verlasse ich mich darauf, dass sie beide sämtliche Namen der Gästeliste kennen“) Und Miranda (Meryl Streep) meint nicht nur die Namen, sondern auch die dazu passenden Gesichter. Es soll der Eindruck entstehen, dass sie jeden persönlich kennt.

Diese Szene ist ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, sich ein paar Dinge – die richtigen Dinge –  zu merken. In vielen Büchern zum Thema Netzwerken oder Eigen-PR (Asgodom uam.) wird darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, sich auf die Rückseite einer erhaltenen Visitenkarte, ein paar Notizen zu machen. Auch hier gehört es natürlich zur Geschichte, dass Andy ihre Kollegin „rettet“.

Das Bewerbungsgespräch samt Referenzen:

Die dritte Szene ist dann sehr aufschlussreich. Nachdem Andy Miranda in Paris einfach stehen hat lassen, bewirbt sie sich in New York um einen neuen Job – bei einer Zeitung, so wie sie schon immer wollte. Das „Intermezzo“ bei „Runaway“ bezeichnet sie als „gute Schule“. Sie meint “es schlussendlich doch vermasselt zu haben”. Bewundernswert professionell: Es wird kein Wort über den ehemaligen Arbeitgeber verloren.
Vorstellungsgespräch bei der Zeitung

Der Redakteur erwähnt, dass er bei „Runaway“ wegen der Referenzen angerufen hat und dass er ein Fax bekommen habe in dem sinngemäß drin stand, dass Andy die bei weitem größte Enttäuschung gewesen sei und wenn er – der Redakteur – sie nicht einstelle ein Idiot sei.

Referenzen abfragen ist bei uns nicht unbedingt üblich. Aber es kann passieren. In vielen Branchen kennt man einander und daher werden auch Informationen gerne eingeholt.

Fazit:

“Der Teufel trägt Prada” ist ein Film und es ist ein amerikanischer Film. Es ist leicht sich drüber hinweg zu setzen und zu sagen “Pahh…” Oberflächlich. Aber denken Sie daran, was ich Ihnen zum Thema Einstellung in diesem Bereich geschrieben haben…

Wichtige Artikel

Verzichten Sie auf “gute Vorsätze”

“Welche Vorsätze haben Sie für das kommende Jahr gemacht?” ist wohl die am häufigsten gestellte Frage zum Jahresende. Mich wundert es manchmal schon regelrecht, dass die nette Supermarktverkäuferin mir nicht mit einem: “Das macht 53, 20 Euro… und irgendwelche  guten Vorsätze für das neue Jahr?” verbal begegnet. Abgesehen von der Tatsache, dass die “guten Vorsätze” ein sehr willkommener, wenn auch saisonal bedingter, Redeanlass sind, bringen Sie uns arg unter Zugzwang. Sie sind in der Tat weniger “gut” als wir glauben. Gute Vorsätze sind versteckte Vorwürfe an sich selbst Mit guten Vorsätzen für das kommende Jahr sollte man vorsichtig sein. Ja, […]

Lebenslauf-Checkliste: ein unverzichtbares Tool

Wie trägt man die duale Ausbildung / Lehre in den Lebenslauf ein? Wie geht man mit Präsenz- oder Zivildienst um? Wie ist das mit Zeitarbeit? Eine klare Linie ist wichtig Gerade in Lebensläufen ist es wichtig, eine klare Linie zu fahren. Die Struktur und der Aufbau des Lebenslaufes sollen für die Rekrutierungs-Abteilungen sofort ersichtlich sein. Der Inhalt wird gerne schnell erfasst, bevor er auf einem der A, B, C-Stapeln landet. Daher ist es wichtig eine klare Struktur aufzubauen und einige kleine Tipps zu berücksichtigen. Bedenken Sie einfach, dass Recruiter*innen sich relativ wenig Zeit nehmen können, um sich einen ersten Überblick […]

Die neuen Jobmotoren? Was steckt dahinter?

Ein neues Wort hat sich in die Unternehmenskommunikation eingeschlichen. Viele Unternehmen – vor allem größere – präsentieren sich gerne als Jobmotoren. Auch die Medien nehmen dieses Wort gerne auf und benutzen den Begriff, sobald die Diskussion sich um das Thema Arbeitsplätze und Wirtschaftsentwicklung dreht. Auch der Duden kennt das Wort. Das wundert nicht. Wikipedia definiert den Begriff wie folgt: “Der Jobmotor (auch: die Jobmaschine) ist ein Schlagwort, mit dem die Massenmedien je nach Wirtschaftslage einzelne Unternehmen, Wirtschaftszweige oder Veranstaltungen bezeichnen, die eine besonders hohe Zahl an neuen Arbeitsplätzen schaffen. Jobmotoren können auch regional begrenzt sein, wenn sich beispielsweise ein Unternehmen […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.