News rund um den Arbeitsmarkt, das Recruiting, die Bewerbung und andere Themen

Bewerbungsgespräch: Arbeiten mit der “Critical Incident Technique”. Konkrete Umsetzung.

Hier geht es zum ersten Teil des Artikels über die “Critical Incident Technique”.


Im Beitrag  “Bewerbungsgespräch: Arbeiten mit der “Critical Incident Technique”. Die Theorie.”  wurde der Aufbau der CIT beschrieben. In diesem Beitrag will ich Ihnen einen Fragekatalog vorschlagen, der es Ihnen erlauben soll, ein (Job)interview ohne große Schwierigkeiten mit dieser Technik durchzuführen.

Der erste Teil fragt nach dem größten Erfolg (also nach einer sehr positiven Erfahrung), der zweite Teil fragt nach dem größten Misserfolg (also nach dem Scheitern oder einer negativen Erfahrung). Das klingt jetzt sehr banal. Aber der Kontrast hat es in sich.

Vorher sollten Sie im Gespräch definieren, wie “Erfolg” und “Misserfolg” zu verstehen sind. Diese Eichung ist wichtig, da Erfolg und Misserfolg etwas sehr Subjektives sind: Vor allem haben viele von uns gelernt, dass Bescheidenheit eine Zier sei und dass man Misserfolge am besten gar nicht bespricht.

Also los geht es!

Fragen nach dem größten Erfolg (Beispiele mit unterschiedlichen Formulierungen)

  • Was war Ihr größter Erfolg?
  • Worauf sind Sie beruflich besonders stolz?
  • Welches Ereignis in Ihrer Laufbahn hat Sie in Ihrer beruflichen Entwicklung besonders weit gebracht?
  • Wie hat dieser Erfolg genau ausgesehen? Worin bestand er?
  • Was war Ihr Beitrag zu diesem Erfolg?
  • Was haben Sie genau getan, damit Sich dieser Erfolg einstellt?
  • Welchen Plan haben Sie verfolgt, um diesen Erfolg einfahren zu können?
  • Welche Meilensteine haben Sie umgesetzt um diesen Erfolg feiern zu können?
  • Wie viel Prozent dieses Erfolges gehen auf Ihre Leitung zurück? Wie viel Prozent haben die Kolleg*innen beigesteuert?
  • Wie wurde dieser Erfolg honoriert? Beruflich und privat?
  • Was hat sich nach diesem Erfolgserlebnis geändert? Für Sie persönlich, bei Ihren Kolleg*innen, bei Ihren Vorgesetzten?

Die Fragen zielen nicht nur auf den Erfolg per se ab: Themen. die mitschwingen sind: Stärken und Schwächen, Teamfähigkeit, Selbstwahrnehmung, planvolles Vorgehen, Leistungsbereitschaft, inhaltliche Kompetenz…

Danach starten Sie das Kontrastprogramm. Sie fragen nach den Misserfolgen. Ermutigen Sie Ihr Gegenüber offen über Misserfolge zu sprechen, da Misserfolge Lernprozesse sind. Wir wissen alle “Success is a lousy teacher” –  Erfolg ist ein sehr schlechter Lehrmeister. Das Problem ist nämlich, dass wir nicht gerne über das Scheitern sprechen.

Fragen nach dem größten Misserfolg (Beispiele mit unterschiedlichen Formulierungen)

  • Was war Ihr größter Misserfolg?
  • Worauf sind Sie beruflich so gar nicht stolz? Was würden Sie nicht einmal ihrem engsten Freund oder ihrer engsten Freundin beichten?
  • Welches Ereignis in Ihrer Laufbahn hat Sie in Ihrer beruflichen Entwicklung zurück geworfen?
  • Wie hat dieser Misserfolg genau ausgesehen? Worin bestand er?
  • Was war Ihr Beitrag zu diesem Misserfolg?
  • Was haben Sie genau getan, damit sich dieser Misserfolg einstellt?
  • Welche Elemente ihres Plan haben zum Misserfolg geführt?
  • Welche Meilensteine konnten Sie einfach nicht umsetzen können und haben Sie schlussendlich am Erfolg gehindert?
  • Wie viel Prozent dieses Misserfolges geht auf Sie direkt zurück? Wie viel Prozent haben die Kolleg*innen verschuldet?
  • Welche Konsequenzen hatte dieser berufliche Misserfolg für Sie beruflich und persönlich?
  • Was hat sich nach diesem Scheitern / Misserfolg geändert? Für Sie persönlich, bei Ihren Kolleg/innen, bei Ihren Vorgesetzten?

Die Fragen nach dem Misserfolg sollen zeigen, wie weit sich der oder die Bewerber/in öffnet und ob es eine Bereitschaft gibt auch in schlechten Zeiten oder bei Misserfolgen Verantwortung zu übernehmen.

Und nun viel Spaß beim Ausprobieren? Ich freue mich auf Feedback.

Wichtige Artikel

Lebenslauf-Checkliste: ein unverzichtbares Tool

Wie trägt man die duale Ausbildung / Lehre in den Lebenslauf ein? Wie geht man mit Präsenz- oder Zivildienst um? Wie ist das mit Zeitarbeit? Eine klare Linie ist wichtig Gerade in Lebensläufen ist es wichtig, eine klare Linie zu fahren. Die Struktur und der Aufbau des Lebenslaufes sollen für die Rekrutierungs-Abteilungen sofort ersichtlich sein. Der Inhalt wird gerne schnell erfasst, bevor er auf einem der A, B, C-Stapeln landet. Daher ist es wichtig eine klare Struktur aufzubauen und einige kleine Tipps zu berücksichtigen. Bedenken Sie einfach, dass Recruiter*innen sich relativ wenig Zeit nehmen können, um sich einen ersten Überblick […]

Wenn ein Konzern keine Lust mehr auf herkömmliches Recruiting hat…

Rekrutierungsevents sind eine aufwändige, jedoch tolle Sache, wenn es um die Auswahl von zukünftigen Mitarbeiter*innen geht. whatelsen.work möchte nun einige Rekrutierungsevents vorstellen, die besonders interessant waren. Dabei sollen eigene und mittelbare Erfahrungen einfließen. Nach unserem ersten Beispiel, dem OTTO-Versand, brachten wir Erfahrungen aus der eigenen Praxis und zeigten wie ein Lehrlingscasting funktioniert (ENGIE Austria). Nun wenden wir uns einem Weltkonzern zu, der sehr ungewöhnliche Wege geht. Die Rede ist von Heineken. 2013 hatte Heineken keine Lust mehr auf die üblichen Fragen bei einem Bewerbungsgespräch. Vor allem war man überzeugt, dass die auszuwählenden Praktikant*innen sehr gut vorbereitet kamen und meist mit […]

Ein Kampf gegen die Windmühlen – gesetzeskonforme Stellenangebote auf Facebook

Wir sind stolz auf unsere Facebookgruppe. Nicht nur, weil Sie eine tolle Möglichkeit ist, sich auszutauschen, gute Stellenangebote zu posten und unkompliziert mit Bewerber*innen in Kontakt zu treten, sondern auch, weil es doch eine gewisse Arbeit braucht und wir sehen, dass unsere Mühe funktioniert. Das Moderieren einer Facebookgruppe ist ein wenig wie die Arbeit als Türsteher einer Disko. Man muss konsequent sein in der Durchführung der Spielregeln und der Hausordnung. Das ist nicht immer schön. Denn niemand mag an der Tür abgewiesen werden – und glauben Sie es mir: Es ist auch gar nicht so leicht Menschen an der virtuellen […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bewerbungsgespräch: Arbeiten mit der “Critical Incident Technique”. Konkrete Umsetzung.

Hier geht es zum ersten Teil des Artikels über die “Critical Incident Technique”.


Im Beitrag  “Bewerbungsgespräch: Arbeiten mit der “Critical Incident Technique”. Die Theorie.”  wurde der Aufbau der CIT beschrieben. In diesem Beitrag will ich Ihnen einen Fragekatalog vorschlagen, der es Ihnen erlauben soll, ein (Job)interview ohne große Schwierigkeiten mit dieser Technik durchzuführen.

Der erste Teil fragt nach dem größten Erfolg (also nach einer sehr positiven Erfahrung), der zweite Teil fragt nach dem größten Misserfolg (also nach dem Scheitern oder einer negativen Erfahrung). Das klingt jetzt sehr banal. Aber der Kontrast hat es in sich.

Vorher sollten Sie im Gespräch definieren, wie “Erfolg” und “Misserfolg” zu verstehen sind. Diese Eichung ist wichtig, da Erfolg und Misserfolg etwas sehr Subjektives sind: Vor allem haben viele von uns gelernt, dass Bescheidenheit eine Zier sei und dass man Misserfolge am besten gar nicht bespricht.

Also los geht es!

Fragen nach dem größten Erfolg (Beispiele mit unterschiedlichen Formulierungen)

  • Was war Ihr größter Erfolg?
  • Worauf sind Sie beruflich besonders stolz?
  • Welches Ereignis in Ihrer Laufbahn hat Sie in Ihrer beruflichen Entwicklung besonders weit gebracht?
  • Wie hat dieser Erfolg genau ausgesehen? Worin bestand er?
  • Was war Ihr Beitrag zu diesem Erfolg?
  • Was haben Sie genau getan, damit Sich dieser Erfolg einstellt?
  • Welchen Plan haben Sie verfolgt, um diesen Erfolg einfahren zu können?
  • Welche Meilensteine haben Sie umgesetzt um diesen Erfolg feiern zu können?
  • Wie viel Prozent dieses Erfolges gehen auf Ihre Leitung zurück? Wie viel Prozent haben die Kolleg*innen beigesteuert?
  • Wie wurde dieser Erfolg honoriert? Beruflich und privat?
  • Was hat sich nach diesem Erfolgserlebnis geändert? Für Sie persönlich, bei Ihren Kolleg*innen, bei Ihren Vorgesetzten?

Die Fragen zielen nicht nur auf den Erfolg per se ab: Themen. die mitschwingen sind: Stärken und Schwächen, Teamfähigkeit, Selbstwahrnehmung, planvolles Vorgehen, Leistungsbereitschaft, inhaltliche Kompetenz…

Danach starten Sie das Kontrastprogramm. Sie fragen nach den Misserfolgen. Ermutigen Sie Ihr Gegenüber offen über Misserfolge zu sprechen, da Misserfolge Lernprozesse sind. Wir wissen alle “Success is a lousy teacher” –  Erfolg ist ein sehr schlechter Lehrmeister. Das Problem ist nämlich, dass wir nicht gerne über das Scheitern sprechen.

Fragen nach dem größten Misserfolg (Beispiele mit unterschiedlichen Formulierungen)

  • Was war Ihr größter Misserfolg?
  • Worauf sind Sie beruflich so gar nicht stolz? Was würden Sie nicht einmal ihrem engsten Freund oder ihrer engsten Freundin beichten?
  • Welches Ereignis in Ihrer Laufbahn hat Sie in Ihrer beruflichen Entwicklung zurück geworfen?
  • Wie hat dieser Misserfolg genau ausgesehen? Worin bestand er?
  • Was war Ihr Beitrag zu diesem Misserfolg?
  • Was haben Sie genau getan, damit sich dieser Misserfolg einstellt?
  • Welche Elemente ihres Plan haben zum Misserfolg geführt?
  • Welche Meilensteine konnten Sie einfach nicht umsetzen können und haben Sie schlussendlich am Erfolg gehindert?
  • Wie viel Prozent dieses Misserfolges geht auf Sie direkt zurück? Wie viel Prozent haben die Kolleg*innen verschuldet?
  • Welche Konsequenzen hatte dieser berufliche Misserfolg für Sie beruflich und persönlich?
  • Was hat sich nach diesem Scheitern / Misserfolg geändert? Für Sie persönlich, bei Ihren Kolleg/innen, bei Ihren Vorgesetzten?

Die Fragen nach dem Misserfolg sollen zeigen, wie weit sich der oder die Bewerber/in öffnet und ob es eine Bereitschaft gibt auch in schlechten Zeiten oder bei Misserfolgen Verantwortung zu übernehmen.

Und nun viel Spaß beim Ausprobieren? Ich freue mich auf Feedback.

Wichtige Artikel

OTTO goes Star Wars

Rekrutierungsevents sind eine aufwändige, jedoch tolle Sache, wenn es um das Rekrutieren von Mitarbeiter*innen geht. whatelsen.work möchte nun einige Rekrutierungsevents vorstellen, die besonders interessant waren. Dabei sollen eigenen und mittelbare Erfahrungen einfließen. Wir starten mit einigen allgemeinen Überlegungen und einem Best-Practice-Beispiel: dem Versandhaus OTTO. Wenn die Arbeitsmarktzahlen gut sind und die Arbeitslosigkeit sinkt, müssen Recruiter*innen sich etwas einfallen lassen, um den Bedarf zu decken. Eine steigende Auftragslage geht meistens einher mit einer verstärkten Nachfrage auf dem Bewerber*innenmarkt. Besonders heikel wird es, wenn Unternehmen Aufträge “liegen lassen” müssen, weil sie über zu wenig geeignetes Personal verfügen. Wenn Praktikant*innen dann die Lücke […]

Gut strukturierte Vorauswahlen haben einen Mehrwert – ein Beispiel

Die Aufgabenstellung war mehr als spannend: Eine Gruppe von etwas mehr als 100 Bewerber/innen im Rahmen einer Fachintensivausbildung (=verkürzte Lehrausbildung) auf 20 fixe Kandidat/innen für einen 1,5 Jahre dauernden Lehrgang reduzieren. Über 100 Kandidaten hatten sich für eine Facharbeiterintensivausbildung im kaufmännischen Bereich angemeldet. Der Auftraggeber, das Arbeitsmarktservice,  buchte – so hatte es den Anschein – querbeet. Die Gruppe der Bewerber/innen war sehr heterogen:  Schulabbrecher/innen mit erster Berufserfahrung, ausgebildete Fachkräfte mit dem Wunsch der Umschulung und Menschen, die generell eine neue Herausforderung suchten. Die Aufgabe war auf dem Papier überschaubar, hatte es jedoch in sich. 20 Bewerber/innen sollten Zugang zu einer […]

Wie fang ich an? Der erste Satz beim Bewerbungsschreiben

Ich handle mit diesem Beitrag gegen meine innere Überzeugung, da ich  Bewerbungsschreiben, die mit Schablonen arbeiten langweilig und kontraproduktiv finde. Sie klingen immer gleich, sind meist wenig aussagekräftig und werden so zu einer lästigen Pflichtübung für alle Beteiligten. Allerdings weiß ich auch, wie schwer es ist ein Bewerbungsschreiben zu beginnen; besonders dann, wenn man nicht mit den immer gleichen Standardsätzen arbeiten möchte. Gerade in letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass der klassisch-lästige Einstiegssatz “Mit großem Interesse habe ich mich…” nicht wegzubekommen ist. Es scheint hier eine gewisse Tradition zu geben. Selbst Lehrlinge nutzen diese “geschwollene” Form des Einstiegs, ohne sich […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.