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“Und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt.” 10 Top-Working-Class-Filme. Zweiter Teil…

Ich finde Filme sind nicht nur eine tolle Abwechslung. Sie bieten kurze Momente des Verweilens, der Zerstreuung und können durchaus auch inspirieren. Da “whatelsen.work” ja alle Facetten der Arbeitswelt beleuchten möchte, habe ich mir 10 neuere Film-Produktionen heraus gesucht, die das Thema Arbeitswelt in seinen unterschiedlichen Facetten beleuchtet.  Die Liste ist streng subjektiv. Vom Arbeitskrampf bis zum Arbeitskampf könnte das inoffizielle Motto sein.  Vor allem letzteres ist ja in Österreich eher Neuland. Da lohnt es sich doch einmal einen Blick. Außerdem haben alle Filme etwas gemeinsam: (Lohn)arbeit ist einer der wichtigsten Faktoren für uns Menschen… Hier die zweiten 5 Beispiele, die unterschiedlich sind. Teilweise basieren sie auf realen Begebenheiten. Ein ganz neuer Film ist auch dabei. Ebenso wie ein Klassiker des Dokumentarfilms.  Ich freue mich über Kommentare und Hinweise, welche Filme Sie bevorzugen…

En Guerre – Im Krieg (2018)

Eine Fabrik soll geschlossen werden – und das obwohl das Unternehmen Rekordgewinne einfährt.  Die Mitarbeiter*innen wehren sich dagegen und stützen ihren Protest auf eine zwei Jahre alte Zusicherung der Geschäftsleitung, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen. Und dies mindestens für 5 Jahre. Summa summarum sollten die Arbeitsplätze also zum Zeitpunkt der Ankündigung noch 3 Jahre erhalten bleiben. Im Gegenzug verzichteten die Mitarbeiter*innen auf Prämien. Die Gewerkschaftsführung ist entschlossen den Kampf aufzunehmen. Allerdings gibt es 2 Fronten. Einerseits die Geschäftsführung, andererseits sind etliche Mitarbeiter*innen davon überzeugt, dass es besser wäre, eine hohe Abschlagszahlung auszuverhandeln. Die Medien stürzen sich auf die negativen Seiten des Streiks, die Mitarbeiter*innen wollen zur Arbeit zurück kehren. Die Unterstützung schwindet von allen Seiten… Bis… Leider gibt es noch keinen Trailer auf Deutsch, aber auch der französische Trailer ist nicht von schlechten Eltern…

Abseitsfalle

PERLA, ein Waschmaschinenhersteller im deutschen Ruhrgebiet, kämpft mit wirtschaftlichen Problemen. Der US-Mutterkonzern veranlasst die baldige Kündigung von 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die junge Angestellte Karin soll mit  einem gewissen Dr. Kruger  die Kündigungen durchbringen: Das Perfide an de Sache. Während Karin andere Leute rausschmeißen soll, würde sie die Karriereleiter hochfallen. Doch der Job ist nicht so leicht wie gedacht: Insbesondere die Mitglieder der Werkself zeigen sich als sehr widerstandsfähig und feilen schon an einer Gegenstrategie… Fußball kombiniert mit Arbeitskampf. Auch nicht ohne… Abseitsfalle ist eine nette deutsche Komödie und sorgt für Popcorn-Unterhaltung bei einem ernstzunehmenden Thema.

Frau Böhm sagt nein…

Dieser weniger bekannte Film wurde 2009 für das deutsche Fernsehen produziert. In der Hauptrolle brillieren Senta Berger und Lavinia Wilson. Frau Böhm (Senta Berger) spielt eine Sachbearbeiterin vom alten Schlag. Genau, präzise, wenig humorvoll und äußerst penibel. Ihr Aufgabe besteht darin, die Gehälter und vor allem die Prämien der Vorstandsmitglieder zu bewilligen. Diese sollen im Zuge eine Firmenübernahme, die zu Entlassungen führen wird, doch reichlich sprudeln. Frau Böhm gerät zwischen die Fronten. Vorbild für diesen Spielfilm waren die Übernahme der Mannesmann durch Vodafone und die VW-Korruptionsaffäre.

Toni Erdmann (Deutschland, 2016)

Winfried, gespielt von Peter Simonischek,  ist 65, ein Musiklehrer mit ausgeprägtem Hang zum Scherzen. Nachdem sein Hund gestorben ist, beschließt er seine Tochter zu besuchen. Ines ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, eine Unternehmensberaterin, die so gar nichts mit den Idealen ihres Vaters zu tun haben will. Tatsächlich können Vater und Tochter nicht unterschiedlicher sein: er, der gefühlvolle, schelmische 68er; sie, die rationale Unternehmensberaterin, die als Frau Ihren Mann stehen muss. Ein Projekt in Rumänien ist für Iris die Chance Karriere zu machen. Vater Winfried sieht jedoch, dass seine Tochter unglücklich ist und versucht sie aus ihrem Businessleben heraus zu holen und greift zu drastischen Mitteln. Aus Winfried wird Toni Erdmann.

 Workingman’s Death – Dokumentarfilm Österreich 2007

Dieser Film ist ein wenig eine Ausnahme in unserer kleinen Serie, aber er ist es absolut wert hier genannt zu werden. Der Dokumentarfilm “Workingman’s Death” des, leider viel zu früh verstorbenen österreichischen Regisseurs Michael Glawogger, zeigt fünf Kapitel über Schwerstarbeit im 21. Jahrhundert – ohne jegliche soziale Absicherung, Arbeitsschutzmaßnahmen oder andere “incentives” – wie es so schön heißt: Kohlenschürfer in der Ukraine, Schwefelbauern in Südostasien, “Fleischer” in Afrika, pakistanische Verschrotter und chinesische Stahlarbeiter. Er zeigt jedoch auch, wie unter den widrigsten Umständen der Mensch zu Höchstleistungen angetrieben werden kann und wie Kollegenschaft sehr schlimme Arbeitsbedingungen nicht nur leichter ertragen lässt, sondern eine absolute Notwendigkeit ist, um den Job unverletzt zu überstehen. Trotz der schonungslosen Darstellung von widrigsten Arbeitsverhältnissen enthält der Dokumentarfilm sehr viel Hoffnung.


 

Hier finden Sie die ersten 5 Filme aus unserer Serie zu den 10-Top-Working-Class-Filmen

“Und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt.” 10 Top-Working-Class-Filme. Erster Teil…

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