News rund um den Arbeitsmarkt, das Recruiting, die Bewerbung und andere Themen

“Und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt.” 10 Top-Working-Class-Filme. Erster Teil…

Ich finde Filme sind nicht nur eine tolle Abwechslung. Sie bieten kurze Momente des Verweilens, der Zerstreuung und können durchaus auch inspirieren. Da “whatelsen.work” ja alle Facetten der Arbeitswelt beleuchten möchte, habe ich mir 10 neuere Film-Produktionen heraus gesucht, die das Thema Arbeitswelt in seinen unterschiedlichen Facetten beleuchtet.  Die Liste ist streng subjektiv. Vom Arbeitskrampf bis zum Arbeitskampf könnte das inoffizielle Motto sein.  Vor allem letzteres ist ja in Österreich eher Neuland. Da lohnt es sich doch einmal einen Blick. Außerdem haben alle Filme etwas gemeinsam: (Lohn)arbeit ist einer der wichtigsten Faktoren für uns Menschen… Hier die ersten 5 Beispiele, die eher – nennen wir es einmal so – “historisch” angelegt sind. Ich freue mich über Kommentare und Hinweise, welche Filme Sie bevorzugen…

 

Pride – Großbritannen, 2014

Es ist das Jahr der großen Minenstreiks in Großbritannien. Margret Thatcher ist 1984 auf dem Höhepunkt ihrer “There is no alternative”-Politik. Eine junge Gruppe von Queer-Aktivist*innen, rund um den schwulen kommunistischen Jugendfunktionär, Mark , beschließt die streikenden Minenarbeiter*innen mit Spenden zu unterstützen. Dieses Unterfangen ist nicht so leicht, denn es muss erst mal eine stolze Gewerkschaftseinheit gefunden werden, die Spenden von Queers annimmt…. Mark und seine Genoss*innen werden in Wales fündig. Der Film ist nicht nur großartig besetzt (Bill Nighy), sondern arbeitet nach dem Schema: Unerwartet kommt oft. Neben der Outing-Story des Hauptfigur “Bromley”, wird gezeigt, dass Solidarität (auch in der Niederlage) mehr bringt, als Einzelkämpfertum. Der Film basiert auf waren Begebenheiten. Außerdem rückt der Film das Thema AIDS noch einmal unaufgeregt in den Vordergrund…

Ganz oder gar nicht… “The Full Monty” – Großbritannien, 1997

Wir bleiben in Großbritannen. Dies ist der älteste Film in unserer kleinen Reihe. Aber einer meiner Favoriten – aufgrund des feinen Humors und der großen Portion Schlitzohrigkeit, die vor allem von der Hauptfigur “Gaz” ausgeht… Aber zum Inhalt. Was tun, wenn man arbeitslos ist? Sechs arbeitslose Stahlarbeiter aus Sheffield gründen in ihrer Verzweiflung eine Men-Strip-Truppe nach dem Vorbild der Chippendales. Dies tun die Männer, die unter anderem von Robert Carlyle und Tom Wilkinson gespielt werden, nicht nur aus Spaß an der Freud. Ganz im Gegenteil: Die Not ist groß, Arbeit ist nicht in Sicht und eine sinnvolle Beschäftigung fehlt zur Gänze. Es ist ein wahres Vergnügen den 6 Herren bei dem Aufbau Ihres Stripprogramms zuzusehen. Sie können nicht tanzen und sind absolute Durchschnittsburschen. Sie haben nur eines: Jede Menge Willen und den Mut aufs Ganze zu gehen… “The full monty” – auf dass die letzten Hüllen fallen.

Kaltes Land – North Country – USA, 2005

Charlize Theron und Francis McDormand im Doppelpack. Dazu noch Sissy Spacek, Sean Bean und Woody Harrelson. Was für ein Cast- und dazu noch eine Geschichte, die Frauenrechte und Gleichberechtigung thematisiert. Aber der Reihe nach: Wir befinden uns in  Minnesota in den 80er Jahren. Der Bundesstaat ist ja eher weniger bekannt für seine blumigen Sommerwiesen und die Café-Latte-Kultur. Josey Aimes fährt nach gescheiterter Ehe mit ihren zwei Kindern zu ihren Eltern. Sie will arbeiten und ihr Leben wieder auf die Reihe bekommen. Sie beginnt im Bergbau zu arbeiten und erfährt relativ schnell, wie hart es für eine Frau in einer Männerdomäne werden kann.

“Kaltes Land” zeigt nicht nur die Arbeitsbedingungen in den Minen, sondern basiert auf einen Präzedenzfall in der amerikanischen Rechtsprechung. Es geht um das Urteil in der Sache Jenson vs. Eveleth Mines. Das sagt Ihnen vermutlich nichts. Sollte es aber. Es war das erste Mal, dass eine Frau, die sich per Gericht gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wehrte – und das als Berg- und Minenarbeiterin.  1984 gewann sie den bemerkenswerten Gerichtsstreit und erhält eine Entschädigung von 11.000 Doller. Das Unternehmen weigert sic zu zahlen. Es folgt ein langer Gerichtsstreit, den Jenson schlussendlich gewinnt. Lange Zeit bevor meetoo.

La potiche – Das Schmuckstück – Frankreich, 2010

Auch in “La Potice” geht es um starke Frauen. Allerdings kehren wir zu einer Komödie zurück. “Das Schmuckstück”, wie der Film in Deutsch betitelt wurde, ist die zweite Zusammenarbeit zwischen François Ozon (Regie) und der großen Dame des französischen Kinos (Catherine Deneuve). Die Komödie ist im Jahr 1977 angesiedelt.  Der industrielle Pujol (Fabrice Luchini) sieht seine Frau nur als “Beiwagerl” oder “Schmuckstück”. Sie führt den Haushalt, kümmert sich um die Familie und die Küchengeräte, während er sich im Büro mit der Sekretärin vergnügt. Klassische Rollenverteilung, klischeehaft überzeichnet. Doch dann bekommt der “Herr des Hauses” einen Herzanfall. Seine Frau muss übernehmen. Aber nicht nur das… Pujol behandelt seine Fabrik-Arbeiter*innen sehr schlecht. Ein Arbeitskampf steht bevor. Ausgerechnet mit dem Rädelsführer, dem Kommunisten Monsieur Babin (Gérard Depardieu), bringt Madame Suzanne die Firma wieder auf Vordermann oder Vorderfrau. Als literarische Vorlage diente das Bühnenstück Potiche (1980) von Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy…. Ozon legt den Film als Komödie an, auch wenn die Thematik sehr ernst ist.

Stürmische Ernte – Dubious Battle (USA, 2016)

Ich finde es spannend, dass dieser Film so gut wie an uns vorbei gegangen ist. Immerhin feierte er bei den Filmfestspielen in Venedig seine Premiere. Auch in Deauville wurde er vorgestellt, genauso wie beim Filmfestival in Toronto. Der Cast des Films ist auf jeden Fall beeindruckend. Nun zur Geschichte:  In Kalifornien zur Zeit der Depression. Wanderarbeiter arbeiten um einen Hungerlohn auf einer Apfelplantage. Zwei junge Aktivisten der Industrial  Workers of the World versuchen die Arbeiter*innen auf einer Plantage zu organisieren und zu einem Streik zu bewegen. Ein Arbeitsunfall wird zum Auslöser. James Franco spielte bei dieser Verfilmung des John Steinbeck-Klassikers nicht nur die Hauptrolle, sondern er war auch für die Regie zuständig.


Hier geht es zum zweiten Teil unserer Serie:

http://jobberie.eu/arbeitsfilme2

Wichtige Artikel

Österreich ist Europameister

Österreich ist Europameister. Wie gern hätten Österreichs Fußballfans diesen Spruch gelesen! Das Nationalteam schied in Frankreich bekanntlich in der Vorrunde aus. Trotzdem wurde Österreich Europameister. Allerdings nicht in Frankreich, sondern im Norden Europas, in Göteborg, der zweitgrößten Stadt Schwedens. Hier fand die “EuroSkills” vom 30. November bis zum 04. Dezember statt. Insgesamt nahmen 493 Facharbeiter/innen aus 28 Ländern statt an der “Europameisterschaft der Fachkräfte” teil. Das Euroskills-Team-Austria bestand aus 35 Teilnehmer/innen – 9 Damen und 26 Herren – , die sich in  29 Einzel- bzw. Teamberufen mit Unterstützung von 29 Expert/innen (=Trainer/innen) den einzelnen fachlichen Herausforderungen stellten. Österreich wurde Europameister […]

Bei Anruf Auftrag – aus dem Leben eines Personaldienstleisters

… oder wir fischen alle im selben Teich. Als Personaldienstleister hat man es nicht immer leicht. Aber wer hat das schon? In den meisten Firmen ist (Kalt)akquise sehr ungeliebt. Sowohl für jene, die sie betreiben, als auch für jene, die das “Opfer” der Akquise sind – wobei ich Akquise spannend finde, da ich sehr viel erfahre. Ich bearbeite die Lebensläufe meiner Bewerber/innen, sortiere sie nach Sparten und sollte ich nicht direkt eine passende Stelle in Form eines Auftrages parat haben, gehe ich in den großen Karriereteich fischen. Ich gehe aktiv auf Personalist/innen, Recruiter/innen und Geschäftsführer/innen zu. Der Sprung ins kalte […]

Die Österreicher/innen und die Freizeit

Integral-Umfage zum Thema Freizeit kommt zu spannenden Ergebnissen. Was verbinden die Arbeitnehmer/innen in Österreich mit dem Begriff „Freizeit“? Welchen Stellenwert hat (Lohn)Arbeit für die meisten Menschen? Würden österreichische Arbeitnehmer/innen lieber mehr Freizeit oder mehr Geld am Ende des Tages haben? Als passionierter Teilhaber an Integral-Umfragen wurden mir diese Fragen auch gestellt. Die Ergebnisse liegen nun auf dem Tisch. Das wichtigste Ergebnis der Umfrage: Zwei Drittel der befragten Teilnehmer/innen würden sich für weitere Urlaubstage oder eine geringere Wochenarbeitszeit entscheiden, wenn sie die Wahl zwischen mehr Freizeit und höherem Gehalt hätten. Dies ergab eine “Integral-Umfrage” im Frühjahr 2016, die unter 2.345 Personen […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.